Burg l Es gehört zum Ritual vor einer Wahl: Jede Partei hat ihre Zugpferde, die fast in jedem Haushalt bekannt sind und ins Rennen geschickt werden. Die Auswertung der Ergebnisse in Burg zeigt: Drei Bewerber für die Stadtratswahl stoßen bei den Wählern auf ganz besondere Akzeptanz und erhielten letztlich die meisten Kreuze. Das sind Kerstin Auerbach (Linke), Markus Kurze (CDU) und Gerald Lauenroth (AfD).

Viele Wähler erreicht

Eine Überraschung? Zum Teil. Dass Kerstin Auerbach (50) ein breites Wählerpotenzial mobilisieren kann, war klar. Die Stadt- und Kreisvorsitzende der Linken ist seit Ende der 1990er Jahre mit der Kommunalpolitik verwachsen, Burg ihre Heimatstadt und der Bekanntheitsgrad der Lehrerin an einer Förderschule enorm. Dass sie viele Wähler erreicht, damit hat Auerbach schon gerechnet, dass sie mit 2781 Stimmen quasi als Stimmenkönigin in die Chronik der Wahl von 2019 eingehen wird, nicht unbedingt. „Aber ich freue mich schon darüber. Nicht nur für mich, sondern auch, weil wir die richtigen Themen gesetzt haben.“

Die reklamiert auch Markus Kurze (48) für sich. Der CDU-Kreischef und Landtagsabgeordnete, der nach der politischen Wende in die Politik eingestiegen ist, erreicht mit 2183 Stimmen den 2. Platz. Auf Kreisebene führt er das Feld sogar an. „Mit diesem Ergebnis bin ich persönlich auf jeden Fall zufrieden“, sagt Kurze und schlägt den Bogen zur Stadt: „Mit 31,1 Prozent haben wir das beste CDU-Resultat aller Städte in Sachsen-Anhalt erreicht.“

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Gestandene Lokalpolitiker

Während Auerbach und Kurze zu den gestandenen politischen Persönlichkeiten gehören, gibt es auch Senkrechtstarter, die nicht nur den Sprung in den Stadtrat schafften, sondern vom Wähler auch mit einer gehörigen Anzahl an Stimmen ausgestattet wurden. Gerald Lauenroth (60) von der AfD steht mit 1577 Stimmen auf Rang 3 der Liste der kommunalen Zugpferde. Der Verwaltungsmitarbeiter sieht darin einen „klaren Auftrag“. Ein wichtiger Schwerpunkt sei für ihn die Stärkung des Ehrenamtes.

Der immense Stimmenanteil von Auerbach, Kurze und Lauenroth katapultiert nicht nur das Trio selbst in den neuen Stadtrat; sie ziehen auch noch weitere Bewerber mit in das Gremium. „Das ergibt sich aus einer Berechnungsformel, die im Kommunalwahlgesetz festgeschrieben ist“, sagt Stadtwahlleiter Bernhard Ruth. So ist es möglich, dass auch Kandidaten mit verhältnismäßig wenigen Stimmen überraschender Weise im Stadtrat sitzen. Apropos Überraschung: Auch Udo Vogt (FDP/860 Stimmen) oder Emanuel Conrady (Grüne/859 Stimmen) sorgten für Achtungszeichen.