Burg l Auch Burg kann einen Weihnachtsmarkt auf die Beine stellen, der den Geschmack der Besucher trifft. Das haben alle ehrenamtlichen Akteure am Sonnabend eindrucksvoll bewiesen. Mehr als 5500 Besucher schlenderten vom frühen Nachmittag bis zum späteren Abend zwischen der historischen Gerberei, dem Stand des Heimatvereins Niegripp, dem Wasserturm und Weinberg – und waren rundum zufrieden. Sigrid Enke aus Schartau, die mit ihrem Mann im Vorfeld ganz gespannt auf den Burger Markt war, zollte nach einigen Stunden ausschließlich Lob: „Da ist der beste Weihnachtsmarkt, den ich hier in der Stadt erlebt habe. Die Altstadt bietet sich dafür ganz prima an.“ Auch Hans-Joachim Horn aus Burg war überrascht, mit wieviel Engagement die Vereine einen Weihnachtsmarkt stemmen können. „Der Abend übertrifft unsere Erwartungen. Das haben auch ganz viele ehemalige Schüler von mir bestätigt“, sagte der pensionierte Lehrer, der auch seine Hoffnung für 2020 offerierte: Wenn die Stadt im kommenden Jahr wieder solch ein Fest ausrichtet, „muss sie in große Fußstapfen treten und rechtzeitig mit den Vorbereitungen beginnen“.

Überhaupt hat Burg mit diesem Weihnachtsmarkt auch über die Kreisgrenzen hinaus für Furore gesorgt. Dieser Meinung war jedenfalls der ehemalige Zerbster Bürgermeister Helmut Behrendt. Der weilte mit einer ganzen Truppe des Zerbster Wasserturmvereins in Burg, die neben der Besichtigung des historischen Bauwerkes gleich noch einige gemütliche Stunden verlebte und regelrecht begeistert war. „Das ist eine schöne Atmosphäre hier“, sagte die Vereinsvorsitzende Sigrun Knebel. Bei Glühwein, Gegrilltem und anderen Köstlichkeiten – übrigens auch aus der Region Zerbst – ließen es sich die Gäste aus dem Nachbarlandkreis gut gehen – und bestiegen natürlich auch den Burger Wasserturm, wo sich noch weitere Vereine oder Bastelfreunde präsentierten.

Mix aus vielen Angeboten

Einen etwas weiteren Weg hatten Eckard und Juliane Schwertfeger in Kauf genommen, um Burg kennenzulernen. Die Wernigeröder hatten im Radio von dem Höhepunkt in der Ihlestadt erfahren und sich Mittag kurzerhand entschlossen, mal einen Ausflug ins Jerichower Land zu unternehmen. „Ich kannte Burg noch von meiner Armeezeit und war später auch beruflich ab und zu in der Stadt“, begründete der Ehemann. Zwar hatte die Familie etwas Mühe, einen Parkplatz zu finden, „aber wir wurden auf dem Weinberg mit seiner besonderen Atmosphäre entschädigt“, meinte das Paar. Mit so viel Lob haben selbst die Akteure nicht gerechnet. „Anfänglich kamen die Leute etwas spärlich, aber in der Dämmerung ging der Ansturm richtig los und wir sahen nur nette Gesichter“, resümierte Heimatvereinsvorsitzende Karin Zimmer. Sie freute sich mit ihren Mitstreitern, dass unter den Gästen viele waren, die zum ersten Mal das Areal der historischen Gerberei aufsuchten. Wir sind zufrieden, viele Vereinsmitglieder haben sich eingebracht. Man darf nur nicht die vielen Stunden sehen, die für diesen Tag investiert wurden“, sagte sie.

Auch Stefan Kiel war am späten Sonnabendabend mehr als glücklich, dass die Regenfront noch rechtzeitig abgezogen war, so dass das Wasserturmgelände bereits am Nachmittag binnen kürzester Zeit ein Besuchermagnet wurde. „Es ist ein Kommen und Gehen. Die Kombination der Vereine mit vielen weihnachtlichen Programmpunkten hat sich ausgezahlt“, meinte der Vereinschef.

Dieser Mix aus verschiedenen Angeboten sorgte auch auf dem Weinberg für ein reges Treiben. „Es ist auch für uns eine Bestätigung, wenn die Besucher dieses Konzept annehmen“, freute sich Gastwirt Emanuel Conrady. Höhepunkt war ein großes Feuerwerk.