Heyrothsberge l Den Allgemeinmediziner in Sichtweite, den Augenoptiker um die Ecke, der Discounter fußläufig erreichbar und nebenan die Feuerwehr. Für Senioren mit und ohne Pflegestufe ist der Standort neben dem historischen Wasserturm des Ortes ideal gewählt. Das weiß auch der geschäftsführende Gesellschafter der Humanas, Jörg Biastoch, der sich beim Richtfest auf dem Dach der Wabe, wie das Zentrum- und Herzstück der Anlage genannt wird, einen Seitenhieb auf die Behörden des Landkreises nicht verkneifen konnte.

Biastoch bemängelte vor allem das langsame Fortschreiten in der Bearbeitung von Bauanträgen. „Mit dem Bauamt des Jerichower Landes war so mancher Kampf auszutragen, aber das dürften Bauherren hier ja kennen“, sagt er und bedankte sich gleichzeitig bei der Gemeinde Biederitz für deren Unterstützung bei der Entwicklung des brachliegenden ehemaligen Industriegebietes.

Gemeindebürgermeister Kay Gericke (SPD) selbst freute sich deshalb auch darüber, dass eben diese Brache nun verschwindet und sieht mit der Eröffnung des Wohnparks die Möglichkeit für ältere Einwohner der Gemeinde in dieser bleiben zu können.

„Wir haben viele Einwohner, die hier geboren und aufgewachsen sind, die möchten auch hier bleiben, das ist wichtig, und die Möglichkeit dafür wurde nun geschaffen“, erklärte er vor rund 80 Zuhörern und Gästen, die zum öffentlichen Richtfest gekommen waren.

Gleichzeitig gab er noch einen kleinen Ausblick auf ein mögliches weiteres Projekt: Die Sanierung des alten Wasserturms als Wahrzeichen und Wappensymbol von Heyrothsberge. In dessen Schatten soll in naher Zukunft eine Wohnbebauung mit Einfamilienhäusern entstehen, dann wäre das gesamte ehemalige Industriegelände vollkommen neu entwickelt.

Bis dahin aber gibt in Sachen seniorengerechtes Bauen die Humanas den Ton an. Sie lud ein zur Besichtigung und Beratung für die einzelnen Objekte und Wohnformen, die in ihrem Seniorenwohnpark ab Juni angeboten werden.

Wohnungen und Pflegezimmer

Das Interesse, vor allem bei den älteren Heyrothsbergern und Biederitzern war groß, aber auch Möseraner mischten sich unter die Gäste. Das Thema Wohnen im Alter macht auch an Gemeindegrenzen nicht Halt und so war es nicht verwunderlich, dass vor allem die kleinen Apartments mit ihren 58 Quadratmetern sehr gefragt waren. Denn viele der Senioren zeigten sich noch äußerst rüstig und unternehmungslustig. Sie können entscheiden, ob sie allein oder mit ihrem Partner in die Apartments, die im Reihenhausstil angelegt sind, einziehen wollen. Für die Apartments werden nach Einzug rund 650 Euro im Monat zu zahlen sein.

Wer nicht mehr allein wohnen möchte und lieber eine Betreuung im Lebensalltag bevorzugt oder diese wegen einer Pflegestufe benötigt, dem stehen die Einzimmerwohnungen in der Wabe zur Verfügung. Sie gliedern sich an einen zentralen, gemeinsamen Wohnbereich an, der allem Einwohner offen steht. Hier wird die Miete mit den Leistungen der Pflegekasse verrechnet.

Rundum versorgt werden alle Bewohner am Ende von rund 20 Mitarbeitern, für die die neue Pflegedienstleiterin Heike Fricke zuständig ist. Fricke selbst führte durch die Anlage und erklärte die Serviceleistungen innerhalb des Wohnparkes. Der feierte seinen Rohbauabschluss damit, dass Bauherr Biastoch, Ortsbürgermeister Sattler und Gemeindebürgermeister Gericke gemeinsam den letzten Nagel ins Gebälk schlugen.