Burg l Der Zukunftstag findet in diesem Jahr am 26. März statt und richtet sich an Schüler der Klassen fünf bis zehn. An diesem Tag sollen Jugendliche Firmen und Institutionen besuchen und den dort Arbeitenden über die Schulter schauen. Dabei können die Schüler sich ein erstes Bild machen, ob die Berufe, die sie kennen lernen eventuell etwas für sie selbst sind oder ob sie diesen bei einem Praktikum noch genauer unter die Lupe nehmen wollen.

Der Zukunftstag wurde zunächst bekannt unter dem Namen Girls Day, bei dem Mädchen vor allem für technische Berufe interessiert werden sollten. Allerdings gab es auch Kritik an dem Konzept, dass Jungen ausgeschlossen seien, deswegen wurde der Name zu Zukunftstag geändert und schließlich nun auch Jungen ein, die an diesem Tag Berufe kennen lernen sollen, die eher als Frauenberufe gelten.

Radar hilft Kontakt herzustellen

Doch nicht jeder Jugendliche hat Kontakte zu Firmen, in denen vermeintliche Frauen- oder Männerberufe ausgeübt werden. Um hier den Kontakt zu erleichtern, gibt es den Girls beziehungsweise Boys-Day-Radar. Hier können sich Firmen und Institutionen anmelden und eintragen, wie viele Plätze sie für Schüler in welchen Berufen anbieten können. Dabei wird darauf geachtet, dass nur passende Angebot angezeigt werden. „Wenn eine Firma beispielsweise ein Angebot als Dachdecker beim Boys-Day-Radar einstellen will, dann funktioniert das nicht. Die Jungen und Mädchen sollen ja einen Einblick bekommen in Berufe, die eher für das jeweils andere Geschlecht typisch sind“, erklärt Christin Voigt, Leiterin der Koordinierungsstelle Regionales Übergangsmanagement Sachsen-Anhalt.

Im Jerichower Land haben sich bislang fünf Einrichtungen beziehungsweise Firmen in den Girls-Day-Radar eingetragen. Die Palette ist breit: Von Autoteile Unger (ATU) über die Verwaltung des Landkreises Jerichower Land, Pro Beam, Hasa bis zur Bundeswehr. Beim Boys-Day-Radar sind es ebenfalls fünf Angebote: Die Verwaltung des Landkreises ist dort ebenso dabei wie der Pizzahersteller Hasa, anders als beim Radar für Mädchen finden sich für die Jungen Schnupperplätze bei Apollo-Optik, der Helios Klinik und beim Jugendwerk Rolandmühle. Christin Voigt von der Koordinierungsstelle hofft, dass sich weitere Firmen und Institutionen beim Radar anmelden, um den Schülern die Suche zu erleichtern.

Einfache Bedienung der Webseite

Die Webseite funktioniert einfach. Die Schüler müssen lediglich den Radar aufrufen und den Ort eingeben, an dem sie gern eine Firma besuchen wollen. Anschließend werden ihnen alle Firmen aufgelistet, bei denen noch Plätze zur Verfügung stehen. Angegeben ist nicht nur die Zahl der freien Plätze, sondern auch die genaue Adresse und ein kleiner Text, der kurz beschreibt, womit sich die Firma befasst und auf welche Talente es bei einem Job dort ankommt.

„Natürlich melden sich auch viele Schüler bei Firmen, die sie schon kennen oder für die sie sich interessieren. Aber wer keine Idee oder Kontakt hat oder sich auf ein völlig unbekanntes Berufsfeld einlassen will, kann hier fündig werden“, erläutert Christin Voigt.

Über den Tellerand schauen

„Immer noch gibt es Berufe, in denen nur sehr wenige Frauen beziehungsweise nur sehr wenige Männer arbeiten. Oft sind dies aber Berufe, die abwechslungsreich sind und spannende Karrieremöglichkeiten bieten. Der Zukunftstag eröffnet die Chance, diese kennenzulernen und ist ein wichtiger Schritt für die Gleichstellung der Geschlechter“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises. Die Jungen sollen dabei Berufe ausprobieren, die im sozialen, erzieherischen oder Pflege-Bereich angesiedelt sind. Für die Mädchen lassen sich die Angebote eher im Bereich Forschung, Wissenschaft, Technik und Industrie finden. Auf diese Weise können die Jugendlichen über den Tellerrand schauen in Berufsfelder, die sie bisher noch nicht ins Auge gefasst haben, und Firmen können potenziellen Nachwuchs kennenlernen.

Angebote gibt es unter www.girls-day.de/Radar beziehungsweise unter www.boys-day.de/Radar.