Salzwedel l Nachdem bereits die Veranstalter auf Bitten des Landrates ausgebremst wurden, heißt es nun auch für die Schulen und Kitas im Altmarkkreis: Schotten dicht. Und das bis zum 13. April. Dann werde die Lage neu bewertet. Doch die Hintertüren der Einrichtungen lässt der Altmarkkreis vorerst offen. „Keiner wird am Montag weggeschickt“, versichert Landrat Michael Ziche mit Blick auf die Kinder und berufstätigen Eltern und Pendler. Sowohl in den Schulen als auch Kindertagesstätten werde Betreuungspersonal vor Ort sein. Die Kita-Kinder werden am Montag (16. März) sogar auf ihre gewohnten Erzieher treffen. Fakt aber bleibt: Formell sind die Einrichtungen geschlossen, bekräftigt Bürgermeisterin Sabine Blümel: „Das ist eine Notbetreuung.“ Es werde aber niemand, der sein Kind betreuen lassen muss, im Stich gelassen, so die Bürgermeisterin.

Ob und wie Personal länger an den Schulen vorgehalten wird, werde noch geprüft. Denn am Montag tagt im Kreisgebäude erneut der Pandemie-Krisenstab. Zumindest werde für Schüler bis zum 14. Lebensjahr vorerst Betreuung angeboten. Trotzdem: „Die Infektionskette muss unterbrochen werden“, bekräftigt der Landrat und setzt auf das Verständnis der Bevölkerung. Die Lage werde in der kommenden Woche neu geprüft. Auch und gerade, ob eine Betreuung der Kinder notwendig ist.

Hotline für Eltern

Für Eltern, die Montag nicht wissen, wohin mit ihrem Kind, hat der Altmarkkreis eine Telefonnummer eingerichtet. Der Telefondienst der Verwaltung ist ab Sonnabend, 14. März, von 8 bis 16 Uhr unter Tel. 03901/84 07 90 oder 03901/840791 erreichbar.

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Fest aber steht: Der Staat muss weiter funktionieren. Daher werden Kinder der Eltern, die im Gesundheitssystem, in der Versorgung, Justiz, Polizei, als Lehrer oder Erzieher arbeiten, weiterhin betreut, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.

Behördengänge verschieben

Anders sieht es in den Behörden aus. Der Landrat bittet alle Altmärker, Anfragen oder ähnliches entweder am Telefon oder via E-Mail zu klären, um unnötigen Kontakt zwischen vielen Menschen zu vermeiden. Zum Beispiel in der Zulassungsstelle, wohin täglich teils mehr als 100 Menschen kommen. Auch werden die Behörden vorerst niemanden unnötig in die Büros bitten. Für jene, die in die Verwaltung kommen müssen, stehen Desinfektionsmittel bereit. A und O bleibt aber die Hygiene – sprich regelmäßig mit Seife die Hände waschen.

Auch mit dem Vorstand der Sparkasse steht der Altmarkkreis in Kontakt, denn auch hier wird es zu Beschränkungen kommen. Das Geldinstitut wird die Öffnungszeiten einschränken, erklärt Michael Ziche. Vielmehr werden die Bürger gebeten, sich auf Onlinebanking zu konzentrieren und wenn möglich, den Geldautomaten außerhalb der Öffnungszeiten aufzusuchen. Auch bei den Sparkassen werde Desinfektionsmittel vorgehalten. Unterm Strich heiße es nun, „Maß und Mitte finden“, so der Landrat.

Noch am Wochenende will Michael Ziche alle Schul- und Kita-Leiter über die derzeitige Lage informieren und das weitere Vorgehen besprechen.

PVGS wird vorerst weiterfahren

„Wer auf den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen ist, kann am Montag seinen gewohnten Bus nutzen“, verspricht der Landrat. Doch spätestens ab Donnerstag werde auch in dem Bereich die Lage neu bewertet. Den Mitarbeitern der Kreis- und Stadtverwaltung stehen turbulente Wochen und Monate bevor.

Auch das öffentliche Leben in Salzwedel wird eingedampft. Die kleine Kulturhauptstadt der Altmark rüstet sich gegen das Corona-Virus. Aus diesem Grund werden vorerst mehrere städtische Einrichtungen bis auf Weiteres geschlossen. „Eine Beeinträchtigung des gesellschaftlichen Lebens ist leider nicht zu vermeiden“, heißt es aus dem Rathaus.

Schwimmhalle geschlossen

Betroffen von den vorläufigen Schließungen ist ab Montag, 16. März, die Schwimmhalle. Die Badegäste müssen nun etwas Geduld aufbringen. Gleiches gilt für die Stadt- und Kreisbibliothek am Neuperver Tor, wo das Stöbern zwischen den Büchern vorerst nicht möglich ist. Auch der Märchenpark muss nach Auskunft des Landrates geschlossen bleiben. Dies gilt auch für alle Museen des Altmarkkreises. Auch die Sportler der Stadt müssen Abstriche machen. „Die Turnhallen sind außerhalb der schulischen Nutzung ebenfalls geschlossen“, teilt Stadtsprecher Andreas Köhler mit.

Da im Salzwedeler Kulturhaus stets viele Menschen aufeinander treffen, heißt es auch dort vorerst: Türen zu. Betroffen sind zunächst folgende Veranstaltungen: Hamlet am 25. März, Thomas Rühmann am 27. März, die große Schlager-Hitparade am 31. März sowie die Kulti-Party am 4. April. „Bereits gekaufte Tickets können an den bekannten Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden“, versichert Andreas Köhler.

Weiter im Dienst und damit erreich- und ansprechbar, bleibt die öffentliche Hand. Denn die Öffnungszeiten des Salzwedeler Bürgercenters und die des Rathauses bleiben davon unberührt. Aber auch hier gilt: Nur, wer muss.