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Grundschule LoburgDas geht ans Herz: Warum Treppen für kleinen Olli im Rollstuhl in seiner Schule kein Problem mehr sind

Mehr Lebensqualität im Schulalltag: Für den kleinen Olli ist der Besuch seiner Grundschule in Loburg (Jerichower Land) kein Problem mehr. Sein Rollstuhl kommt nun überall hin.

Von Stephen Zechendorf 12.02.2024, 07:00
Einen Tag vor seinem 9. Geburtstag konnte sich Olli über einen Treppenlift in der Grundschule Loburg freuen.
Einen Tag vor seinem 9. Geburtstag konnte sich Olli über einen Treppenlift in der Grundschule Loburg freuen. Foto: Stephen Zechendorf

Loburg - Es sind nur drei kleine Stufen, aber dieser Höhenunterschied von vielleicht einem halben Meter macht es dem jungen Grundschüler Olli und seiner Schulbegleiterin Andrea Graf bislang schwer, wenn es in der Loburger Grundschule etwa um die Erledigung menschlicher Bedürfnisse geht. Nun gibt es Abhilfe.

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Der Schüler der dritten Klasse aus Dalchau kann zwar laufen, ist aber wegen einer Krankheit in seiner Mobilität eingeschränkt und daher auf Hilfe im Alltag angewiesen. Im Schulalltag steht ihm daher Andrea Graf aus Zerbst zur Seite. Die Grundschulleitung hat dafür gesorgt, dass die Klasse 3a in einem barrierefrei erreichbaren Klassenraum im Erdgeschoss unterrichtet wird. Auch das Mittagessen kann Olli im Klassenraum einnehmen.

Nur wenn der Gang zur Toilette oder ein Besuch im Schulsekretariat ansteht, wurde es für Olli und Andrea Graf anstrengend. Denn die drei Stufen zwischen Erdgeschoss und dem Zwischengeschoss, in dem sich die Schultoiletten befinden, musste die Betreuerin ihren jungen Schützling bislang tragen.

Lift wird zum Herzensprojekt

Doch die Überwindung des Höhenunterschiedes übernimmt seit Kurzem ein Treppenlift. Bianka Köcher, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung Möckern, hatte wegen der Problematik unter anderem beim Sanitätshaus Burg nach der Möglichkeit eines Treppenliftes nachgefragt und war hier an das Unternehmen „be-mobil“ weitervermittelt worden.

Das Unternehmen machte der Möckeraner Stadtverwaltung ein Angebot, zu dem man im Rathaus nicht Nein sagen wollte. Fördergelder gab es laut Aussagen von Bianka Köcher nicht, wenngleich das Unternehmen „be-mobil“ auf seiner Internetseite auf solche Zuschuss- und Fördermöglichkeiten hinweist, aber aus dem Stadtsäckel mussten nur 8.000 Euro gezahlt werden. Den Restbetrag der realen Kosten für den Lift werde das Unternehmen „be-mobil“ übernehmen, hieß es. Wieviel das ist, darüber wurde Stillschweigen vereinbart.

„Wir haben das zu einem Herzensprojekt gemacht“, erklären am Tag der Übergabe die „be-mobil“-Vertreterin Corinna Peters und Juliane Radau vom Sanitätshaus Burg.

Einweisung für Hausmeister

Genau einen Tag vor seinem 9. Geburtstag konnte Olli seinen Treppenlift erstmals ausprobieren. Es dauert etwa drei Minuten, bis sich das Gerät voll entfalten hat und seinen Passagier aufnehmen kann. Olli nimmt für die kurze Fahrt in einem zusammenfaltbaren Rollstuhl Platz. Auch hier passt Andrea Graf auf, dass Olli nicht aus dem Treppenlift herausrollt.

Damit sich die vielen anderen Schulkameraden an dem seit Kurzem etwa im Weg stehenden Treppenlift nicht verletzen können. Die Wartung des Treppenliftes, der offiziell als „Plattformschrägaufzug für Rollstühle“ bezeichnet wird, übernimmt der Hersteller. Allerdings ist der Hausmeister der Loburger Grundschule in die Funktion des Liftes eingewiesen worden.

Die technische Hilfe für Olli in Loburg ist ein Zeichen für angewandte Inklusion. Allerdings verfügt nach Aussagen von Stadtmitarbeiterin Bianka Köcher derzeit keine andere der vier Grundschulen im Stadtgebiet Möckern über einen solchen Treppenlift. Es seien auch keine geplant, der Einbau sei aber kurzfristig bei Bedarf möglich.