Gardelegen l Ihre eigene Aula ist ja auch sehr schön, dennoch: So ein dicker roter Samtvorhang, wie jener auf der benachbarten Sekundarschulbühne fehlt eben. Und so gingen die Miester Grundschüler gestern einfach nach nebenan in die Oper. In der Aula der „Großen“ gab es nämlich auch große Musik. Christoph Reinecke, Intendant der Thüringer Kinder-Oper Bravissimo hatte den Jüngsten Mozart mitgebracht,. genauer dessen Oper Die Zauberflöte. Die war zwar ein bisschen auf die kleinen Zuschauer zugeschnitten, aber sonst ganz echt. Klar, gab es den berühmten Vogelfänger Papageno, den Prinzen Tamino und die schöne Prinzessin Pamina. Und auch die Königin der Nacht und ihren Widersacher Sarastro lernten die Jungen und Mädchen kennen, und damit natürlich auch deren Lieder, die man in der Oper ja eigentlich Arien nennt, wie ihnen der Operndirektor persönlich erklärte.

Aber weil der den Kindern gemeinsam mit seinen Kollegen – übrigens alle richtige Opernsänger – ja nun mal nicht das ganze Werk in Originallänge vorspielen konnte, hatte er einfach nur die wichtigsten herausgesucht und auch die Dialoge, also die Gespräche zwischen den Darstellern, ein bisschen kindgerechter gestaltet.

Das Wichtigste an der Kinderzauberflöte war indes eine andere, eine ganz besondere Idee: Denn in dieser Aufführung durften sie nicht nur zuhören und schauen, sondern auch mitspielen. So schlüpften einige Jungs zum Beispiel in die Schlangenhaut des Ungeheuers, das Tamino verfolgt, Mädchen verwandelten sich in die Dienerinnen Sarastros und alle Kinder im Zuschauerraum wurden schließlich per Stichwort zu „Wilden Schülertieren“ – wilde Masken hatten sie in den vergangenen Tagen praktischerweise schon in der Schule gebastelt – und tanzten mit dem Prinzen zur Musik von Taminos Zauberflöte, bis sie sich kurz darauf wieder in „liebe zuhörende wilde Tiere“, verwandelten.

Bilder

All das kriegten die jungen Miester natürlich prima hin, zu Freude der echten Opernstars, die von den neuen jungen Kollegen sichtlich angetan waren. Am Ende gab es dann auch besonders für sie echten Opernapplaus in der Sekundarschulaula. Und weil seine jungen Statisten schließlich kein Honorar bekamen, hatte Intendant und Tamino-Darsteller Christoph Reinecke für die Kinder auch noch eine süße Belohnung mitgebracht – passenderweise Mozartkugeln.

Das größere Geschenk für die Sieben- bis Elfjährigen war allerdings die wunderschöne Aufführung. Denn es gab wohl keinen unter ihnen, der Oper langweilig fand. So wird sich das Interesse daran vielleicht auch später fortsetzen.

Ein Projekt, das absolut zu Recht seinen Namen trägt: Bravissimo.