Gardelegen l Wer weniger ausgibt, spart und wer spart kann verteilen. Und davon profitieren im Fall des Gardeleger Wasserverbandes nun die Kunden. Denn ab dem kommenden Jahr werden sie für die Entsorgung ihres Schmutzwassers weniger bezahlen. Pro Kubikmeter sinkt die Verbrauchsgebühr um 22 Cent. Für einen Vier-Personen-Haushalt bedeutet das bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 120 Kubikmetern Wasser eine Einsparung von gut 26 Euro. Grund für die Preisänderung ist eine deutliche Kostenüberdeckung beim Schmutzwasser in den vergangenen drei Jahren, erläuterte Verbandsgeschäftsführerin Katja Rötz während der jüngsten Verbandssitzung am Dienstag.

Der Wasserverband in kommunaler Trägerschaft darf nämlich keine Gewinne erzielen. Da sich aber sowohl Fremdkapitalzinsen als auch der Strompreis im relevanten Zeitraum weniger erhöht haben, als in der vorletzten Kalkulation 2013 angesetzt, hat der Wasserverband über Gebühren und Preise deutlich mehr eingenommen, als ausgegeben werden musste. „Und dies wird nun an die Kunden zurückgegeben, informierte Rötz die Verbandsmitglieder.

Trinkwasser wird teurer

Allerdings sorgen die gestiegenen Trinkwassergebühren dafür, dass die Ersparnis doch nur knapp halb so hoch ausfällt. Denn wenn die Gardeleger ab dem 1. Januar des kommenden Jahres den Wasserhahn aufdrehen, kostet das Nass 10 Cent mehr je Kubikmeter. Grund für die höheren Gebühren seien insbesondere allgemeine Preissteigerungen beim Material und Fremdleistungen, aber auch die Erhöhungen bei den Personalaufwendungen – zum Beispiel durch Tarifanpassungen oder höhere Eingruppierungen langjähriger und neuer Mitarbeiter.

Gleich bleibt in den kommenden drei Jahren für die allermeisten Kunden des Gardeleger Wasserverbandes die Grundgebühr. Sie liegt bei der kleinsten Zählereinheit, die in fast allen Haushalten eingebaut ist, bei 48 Euro jährlich für Trink- und bei 36 Euro für Schmutzwasser. Nur wenige Kunden, darunter einige Landwirte, müssen für ihre Zählereinheit mit einer geringen Preiserhöhung bei der Grundgebühr rechnen.

Grundgebühr bleibt unverändert

Theorethisch hätte der Wasserverband anstelle der Trinkwasserverbrauchsgebühr auch die Grundgebühr anheben können, und zwar bis zu einer Jahresgebühr von 96 Euro pro Zähler, bezifferte Rötz. „Dann würde das Trinkwasser nur noch 76 Cent pro Kubikmeter kosten.“ Dies würde allerdings besonders kleine Haushalte, wie von Singles, Senioren oder alleinerziehenden Eltern stärker belasten. „Unsere Strategie war deshalb bislang die Erhöhung der Verbrauchsgebühren. Und dabei werden wir bleiben“, so Rötz.

Die neuen Gebühren, die am Dienstag einstimmig von der Verbandsversammlung beschlossen wurden, gelten nun für drei Jahre, informierte Rötz. Seit mehr als zehn Jahren gehen die Gebühren im Schmutzwasserbereich stetig nach unten. Ein so großer Sprung wie in diesem Dreijahresbereich, sei aber wohl nicht wieder zu erwarten, prognostizierte Rötz.