Mieste l Er passt ganz hervorragend in die Altmark und nach Sachsen-Anhalt, dem Land der Frühaufsteher – der Weißstorch, der seit nunmehr acht Jahren den Horst in Mieste besetzt. Denn seit er das Miester Storchennest 2008 zu seiner saisonalen Sommerresidenz gemacht hat, fliegt er in jedem Jahr recht frühzeitig ein. Und das wird in Mieste zur Kenntnis genommen. In diesem Jahr war es Manfred Schwabe, der die Ankunft des Storches und seinen ersten Spaziergang fotografisch festhielt und dazu schrieb: „Habe heute, am 4. Februar, den ersten Storch in Mieste gesehen“. Dass der mittlerweile zehn Jahre alte Adebar bereits Anfang Februar einfliegt, verwundert den ehrenamtlichen Storchenbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt, Hans-Günter Benecke, nicht. „Seit drei oder vier Jahren ist er immer schon sehr zeitig da. Das ist meist im Februar“, weiß der Sachauer. Der Miester Storch habe auch schon im Schnee auf seinem Nest gestanden, erinnert sich Hans-Günter Benecke.

Winterquartier in Frankreich

Zudem sei der Miester Storch ohnehin eine Besonderheit, weil er beringt wurde und seine Aufenthaltsorte dadurch relativ gut nachzuvollziehen seien, fügt er hinzu. Geschlüpft ist der Storch demnach im Jahr 2005 in Frankreich. Seltz im Elsaß war sein Geburtsort. Daher sei zu vermuten, dass er dort auch überwintert. „Und davon ausgehend hat er es ja nicht sehr weit bis nach Mieste in Deutschland“, schlussfolgert der Sachauer Storchenkenner. Und der Miester Storch hat im nahen Calvörde ein Pendant beziehungsweise einen Artgenossen, den es gar nicht erst in ein Winterquartier zieht. „Der Calvörder Storch ist anscheinend gar nicht erst weggeflogen. Er wurde noch bis zur gerade zurückliegenden Kältephase gesichtet“, erzählt Hans-Günter Benecke.

Gute Brutergebnisse

Die frühe Ankunft von Adebar in Mieste trägt seitdem auch immer zeitig zum Storchennachwuchs in Mieste bei. „Er brütet ja auch recht erfolgreich. Und es bleibt zu hoffen, dass sich das auch so fortsetzt“, wünscht sich Benecke. 2014 hatte es in Mieste die erste der relativ seltenen Fünfer-Bruten gegeben. Erstmals wurde diese hohe Zahl an Jungvögeln in einem einzelnen Nest 1998 im Drömling registriert. In Dannefeld, im Belfort bei Kunrau sowie in einem Horst im Röwitzer Drömling schlüpften jeweils fünf Jungvögel aus den Eiern. Erst 2007 konnten die ehrenamtlichen Storchenbeauftragten wieder diese Zahl verkünden. Dann aber in nur einem Nest am Minenberg bei Köckte.