Kloster Neuendorf l Man darf keinen Müll im Wald entsorgen, nichts abreißen, keine Tiere oder Pflanzen zertreten oder Ameisenhügel zerstören. Picknick im Wald ist erlaubt. „Den Müll muss man aber wieder mitnehmen“, riefen unisono Anton Strathausen, Lara Irrgang, Arik Tore Czopik, Filomena Nemec, Franz Ritzmann und Erik Röhl. Die sechs Mädchen und Jungen der Sonnenkäfergruppe der Kita Klosterspatzen in Kloster Neuendorf haben am Projekt Waldfuchs der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald teilgenommen. Und sie haben bei den Treffen mit der Gardeleger Revierförsterin Christel Wöstenberg ganz viel gelernt. Gestern fand zum Abschluss quasi eine kleine Prüfung statt. Und die nahm Projektleiter Robert Klose von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, zugleich Forstwirtschaftler und zertifizierter Waldpädagoge, ab. Die Kinder wussten sehr gut Bescheid, konnten alle Fragen beantworten. Sogar die Frage, wieviele Beine denn eine Ameise hat. „Natürlich sechs“, kam prompt die Antwort von Franz Ritzmann.

Idee aus dem Kuratorium

Die Idee für dieses Projekt hatte Melanie Grzywotz, Vorsitzende des Elternkuratoriums der Kita, eingebracht. Sie vermittelte den Kontakt zur Revierförsterin Wöstenberg. Am 4. November des vorigen Jahres fand die Auftaktveranstaltung statt. Die Kinder wurden ausgestattet mit Waldfuchs-Rucksäcken, die gefüllt waren mit einer Sammelbox, Becherlupen, einer Blumenpresse, vier Bestimmungsbüchern und einer CD mit Waldgeräuschen. Sieben Unterrichtsstunden mit Theorie und Praxis folgten. Und dabei kam natürlich auch der Inhalt der Waldfuchs-Rucksäcke zum Einsatz.

Unter anderem ging es um die richtigen Verhaltensregeln im Wald, drei Nistkästen wurden aufgehängt und der Baum des Jahres 2016, die Winterlinde, gepflanzt. „Wir haben mit der Becherlupe Ameisen beobachtet und Vogelbeerenketten aufgehängt“, erzählte Christel Wöstenberg. Eicheln wurden gesammelt. Einige kamen in einen Blumentopf. Und sehr zur Freude der Kinder sprießen dort nun zwei kleine Eichenbäumchen aus der Erde hervor. Das Gießen hatte Arik Tore Czopik übernommen, der diese Aufgabe mit großer Verantwortung ausgeführt hat, wie der Erfolg nun zeigt, lobte Erziehern Kerstin Droll.

Waldfuchspässe überreicht

Den Mädchen und Jungen hat dieses Projekt jedenfalls sehr gut gefallen. Und Christel Wöstenberg hat ihre Aufgabe offenbar auch sehr gut gemacht, denn die Kinder bedankten sich bei der Revierförsterin, die bei den Mädchen und Jungen übrigens auch schon mal Frau Waldfuchs hieß, mit einem selbstgebastelten Präsent, mit einer Baumscheibe, auf der mit textilem Material ein Baum gestaltet worden war, und einem tollen Lesezeichen mit Gänseblümchen. „Alle haben die Prüfung bestanden. Ihr seid nun echte Waldfüchse“, zeigte sich Projektleiter Robert Klose erfreut. Für alle kleinen Waldfüchse gab es gestern Waldfuchspässe mit dem Zertifikat, dass sie erfolgreich am Waldfuchs-Projekt teilgenommen haben.

Das Projekt war 2008 als Pilotprojekt mit zehn Kindertagesstätten gestartet worden. Unterdessen hat dieses besondere Bildungsprojekt für Kitas und Schulen eine enorme Resonanz gefunden. Etwa 200 Einrichtungen in Sachsen-Anhalt sind aktuell mit dabei. In Gardelegen beteiligt sich beispielsweise auch die Wander-Förderschule und die Kita Berge am Waldfuchs-Projekt. Unterstützt wird die Natur- und Umweltbildung vom Landeszentrum Wald Sachsen-Anhalt und der Lotto Toto GmbH.

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Maxim-Gorki-Straße 13, 391 08 Magdeburg, 0391/662 83 72, waldfuchs@sdw-sa.de.