Landtagswahl

38 Wahllokale und 250 Wahlhelfer in Gardelegen im Einsatz

Von Cornelia Ahlfeld
Für Wahlen im Bereich der Stadt Gardelegen sind in der Verwaltung Katharina Kramp (von links) und Heidi Wiechmann zuständig, hier mit Isolde Niebuhr, Fachbereichsleiterin für Sicherheit und Ordnung. In ihr Ressort fallen auch die Wahlen. Foto: Cornelia Ahlfeld Cornelia Ahlfeld

Gardelegen

Es ist zwar alles vorbereitet. Doch erst am kommenden Montag wird endgültig feststehen, ob die Landtagswahl 2021 eine Wahl mit Wahllokal sein wird, wo also jeder am Wahltag persönlich ins Wahllokal gehen kann, oder ob es eine reine Briefwahl geben wird. Am Montag wird das Landesverfassungsgericht seine Entscheidung verkünden.

Gleich, wie das Ergebnis aussehen wird, rufen die Zuständigen in der Gardelegener Stadtverwaltung auf, die Möglichkeit der Briefwahl zu nutzen. „Denn die ist komplett kontaktfrei“, betonte Heidi Wiechmann, unter anderem für Wahlen zuständig, im Volksstimme-Gespräch.

So wird es dieses Mal auch erstmals keine Wahlbenachrichtigungskarten geben. Stattdessen wird jeder Wahlberechtigte ein Wahlbenachrichtigungsschreiben erhalten. Diese Schreiben müssen bis zum 16. Mai verschickt sein. Darauf stehen auch einige Hinweise. So sollten alle Wähler ihren eigenen Stift mitbringen – und der sollte möglichst blau schreiben, um die Wahlzettel auch anonym halten zu können.

Briefwahl voraussichtlich ab kommender Woche

Auf der Rückseite dieses Schreibens befindet sich der Antrag auf Zusendung der Briefwahlunterlagen. Unterlagen können aber auch per Telefon oder per Mail geordert werden. Man kann sie auch persönlich in der Verwaltung abholen und gleich im Briefwahl-Wahllokal wählen. Das ist dann zu den Öffnungszeiten der Verwaltung möglich. „Sollte der Andrang groß sein, werden wir die Zeiten erweitern“, so Wiechmann.

Die Briefwahl beginnt voraussichtlich in der kommenden Woche und läuft bis zum 4. Juni, 18 Uhr. „Es werden also keine Karten in den Postkästen zu finden sein, sondern Briefumschläge“, ergänzte Isolde Niebuhr, Fachbereichsleiterin in der Stadtverwaltung für Sicherheit und Ordnung. Die seien aber deutlich gekennzeichnet mit einer entsprechenden Aufschrift.

Die Verwaltung hat für alle Wahllokale Hygienekonzepte erstellen und beim Kreis zur Genehmigung einreichen müssen. Das Gebiet der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen ist in 38 Stimmbezirke eingeteilt. Sachau ist mit 101 Wahlberechtigten der kleinste Stimmbezirk, und Mieste mit 1510 Wahlberechtigten der größte Stimmbezirk. 38 Wahllokale werden eingerichtet sein. Sieben befinden sich in der Kernstadt. In zehn Wahllokalen wird es eine Zutrittsregelung geben. Das heißt, es werden nur so viele Wähler eingelassen, wie Wahlkabinen vorhanden sind. Betroffen davon sind die Wahllokale in der Kernstadt sowie die in Jävenitz, Mieste und Letzlingen.

Coronabedingt wird es in einigen Orten auch andere Örtlichkeiten zum Wählen geben, in den meisten Fällen, um genügend Raumgröße zu haben. Das Wahllokal in der Gardelegener Freizeitoase befindet sich im Saal der ehemaligen Verwaltungsgemeinschaft Südliche Altmark, heute eine Außenstelle der Stadtverwaltung. Das Lokal ist von der Bahnseite aus erreichbar. In Berge wird der Feuerwehrversammlungsraum umfunktioniert, in Hemstedt wird im Saal des Dorfgemeinschaftshauses gewählt, ebenso in Algenstedt. Die Letzlinger Wahlkabinen stehen in der örtlichen Turnhalle, in Hottendorf sind sie im Sportlerheim zu finden. In Jävenitz zieht das Wahllokal vom Hort in die Kita Weidenkätzchen um.

U-18-Wahl und neue Wahlbroschüre

Es gibt auch sechs Anfragen von Meinungsforschungsinstituten für Wählerbefragungen. Betroffen wären die Lokale in der Willi-Friedrichs-Sporthalle und in der Goethe-Grundschule in Gardelegen, in Jävenitz, Kloster Neuendorf und Letzlingen. Das sei aber noch nicht endgültig entschieden.

Es soll auch wieder eine U-18-Wahl geben, also eine Landtagswahl für junge Leute unter 18 Jahren. Die laufe unter der Regie der Netzwerkstelle Schulerfolg des Kreises.

Am Wahltag werden 250 Wahlhelfer im Einsatz sein. 35 Anmeldungen habe es auf einen entsprechenden Aufruf der Stadt gegeben. Die meisten Wahlvorstände werden also mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung und nachgeordneten Einrichtungen besetzt. „Wir haben auch eine Ersatzliste für den Fall, dass jemand kurzfristig ausfällt“, so Wiechmann. Und das sei zu Corona-Zeiten schließlich schnell mal möglich. Für die externen Wahlhelfer gibt es ein Erfrischungsgeld von 30 Euro. Zusätzlich können sich die 35 Helfer einen Gutschein aussuchen – entweder für eine kostenfreie Jahresmitgliedschaft in der Bibliothek oder für eine Fünfer-Eintrittskarte in die städtischen Freibäder.

Neue Broschüre

Ebenfalls ganz neu in diesem Jahr ist eine Broschüre der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt „Einfach wählen gehen! Ihre Stimme zählt“. Anschaulich und leicht verständlich wird das Wahlprozedere erläutert. Die Broschüren liegen im Foyer der Stadtverwaltung und im Rathaus aus.

Am 26. September folgt die Bundestagswahl, und im nächsten Jahr die Bürgermeister- und Landratswahlen.