Kalbe l Sein Leben noch mal ganz neu aufzustellen, diesen Schritt wagt Michael Krüger. Der 42-Jährige ist bislang Tischlermeister und staatlich geprüfter Restaurator in Kalbe bekannt. Nach einer Knie-Operation orientiert er sich beruflich noch einmal neu .„Ich dachte mir: Wann, wenn nicht jetzt? Ich wollte machen, worauf ich immer schon Lust hatte“, berichtet der Kalbenser. Und das ist zum einen Musik machen und zum anderen mit Kindern arbeiten. Sein Tischlerwerkzeug hängt Krüger an den Nagel, um in einem dualen Studium an der Universität Potsdam Musikpädagogik zu studieren. Den praktischen Teil dieses Studiums absolviert Krüger in den Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Kalbe

Seit September besucht er an zwei Tagen in der Woche die Kindertagesstätte „Pünktchen“, Träger ist die Awo. Außerdem bietet Krüger den Kindern und Jugendlichen in der Awo-Tagesgruppe sowie im Kalbenser Jugendfreizeitzentrum (JFZ) „Kroko“ regelmäßig Musikangebote und Einzelunterricht an Instrumenten an. „Dabei lege ich Wert darauf, dass die Jugendlichen von sich aus mitmachen möchten. Im Vorfeld gab es eine Umfrage, wer Interesse hat. Und die Nachfrage war sehr groß.“

Von der Hobelbank zur Gitarre

Vom musikalischen Angebot Michael Krügers werden auch die Besucher weiterer Einrichtungen der Awo profitieren. Das Angebot ist breit gefächert. Für die Awo ist der angehende Musikpädagoge eine Bereicherung. So wird der 42-Jährige während der semesterfreien Zeit auch Musik in die Pflegeeinrichtungen der Awo sowie ins Kleinstheim in Altmersleben bringen.

Mit Kindern musizieren macht dem zwiefachen Vater großen Spaß. „Musik ist Bestandteil unseres Lebens. Da ist Herzklopfen drin. Sie fördert den Mut, unsere Kommunikation“, beschreibt Krüger. Des Weiteren fördert Musik die Intelligenz und das Selbstbewusstsein. Sie bietet Möglichkeiten mit Emotionen umzugehen und in erster Linie machte sie Spaß, wie er hinzufügt.

Choreografie fürs Laternenfest

Die Kinder der Kita „Pünktchen“ führt er an die Musik heran. Gemeinsam singen sie, absolvieren musikalische Bewegungsspiele, lernen Atmen, den Rhythmus halten, machen Stimmübungen. Und ein großes Ziel haben sie gemeinsam. Beim Laternenfest am Freitag, 30. Oktober, wollen die Kinder ein Programm vorführen. Dazu studieren sie nun mit Michael Krüger die Lieder ein, gestalten eine Choreografie.

Für die Zukunft hofft Krüger weiterhin für die Awo tätig zu sein. Zusätzlich möchte er einen eigenen Chor leiten. Und ein großer Traum steht noch auf der Wunschliste: Michael Krüger möchte einmal eine eigene Musikschule führen.