Kalbe l Der Geruch von erhitztem Holz liegt am Donnerstagmorgen im Haupthaus des Kulturhofes in Kalbe in der Luft. Durch die aus dem Radio erklingende Musik hindurch sind Stimmen junger Frauen und Männer zu hören, die sich köstlich amüsieren. Für einige Tage ist Leben in das Haupthaus des ehemaligen Bahrs‘schen Hofes eingezogen. Zu Gast sind vier junge Frauen und drei junge Männer aus sechs verschiedenen Nationen, um den Mitgliedern und Mitarbeitern des Künstlerstadt-Vereins während eines Baucamps unter die Arme zu greifen.

Der Internationale Bauorden war es, der ihren insgesamt zweiwöchigen Einsatz ermöglicht hat. Dabei handelt es sich um eine gemeinützige, christliche Initiative, die es seit rund 60 Jahren gibt. Der Orden unterstützt soziale und gemeinnützige Projekte, in die vorrangig Studenten integriert sind, die in unterschiedlichen Ländern rekrutiert werden. Sie sind dann ehrenamtlich tätig, „erhalten aber an ihren jeweiligen Einsatzorten freie Kost und Logie“, wie Brit Cordes, Koordinationsstipendiatin des Künstlerstadt-Vereins, am Donnerstag verriet. Das gilt nun auch schon zum wiederholten Mal im Fall Kalbe.

Ehrenamtliche stellen Versorgung sicher

Untergebracht sind die Helfer nämlich für den besagten Zeitraum in der alten Post, wobei sich Eveline Gerstädt, ihr Mann Wolfgang Gerstädt sowie Ralf Schulenburg um die Versorgung der sieben Baucamp-Teilnehmer mit Speisen und Getränken kümmern – ehrenamtlich. „Wir freuen uns sehr darüber, wenn wir Lebensmittelspenden für diesen Zeitraum erhalten, da wir die Verpflegung der Teilnehmer als Verein selbst tragen“, so Cordes. Kaum ausgesprochen, kommt bereits eine treue Begleiterin des Vereins, um eingemachte Früchte für die Teilnehmer vorbeizubringen. Sie freuen sich sehr darüber, dass sie Teil des Baucamps sein dürfen.

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Eine der Helferinnen ist die Georgierin Mariami Sharmiashvili, die am Donnerstag mithilfe einer Heißluftpistole und eines Spachtels eine der beiden Holztreppen im Haus von alter Farbe befreit.

„Das ist nötig, um die Flächen im Nachhinein mit Lehm verputzen zu können“, erklärt Brit Cordes. Neben Mariami Sharmiashvili arbeiten aktuell auch Roman Humeniuk aus der Ukraine, Nandor Ruzsbánszki aus Ungarn, Ana Kokiashvili aus Georgien, Leon Bock aus Deutschland, Wejdan Almhamed aus Syrien sowie Neady Oduwor aus Kenia im künftigen Kalbenser Kulturhof.

Lehmziegel für weitere Arbeiten gesucht

Der Kulturhof soll künftig nicht nur zur Unterbringung von Künstlerstadt-Stipendiaten, sondern vor allem auch als Stätte der Begegnung genutzt werden. Als solche hält er bereits jetzt schon her. So soll es dort auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Veranstaltungen während des Potentiale-Festivals oder beim Sommercampus geben.

Im Juni soll der Bauabschnitt eins des Projektes fertiggestellt sein, wie Brit Cordes vorausblickt. Bis dahin ist jedoch noch viel zu tun. Unter anderem müssen zunächst weitere Räume mit Lehm verputzt werden. „Dafür suchen wir Kalbenser und Interessenten, die uns Lehmziegel spenden. Freiwillige können außerdem ein Teil des Kulturhof-Projektes werden und – sofern Interesse besteht – ehrenamtlich an dem Vorhaben mitwirken.

Melden können sich Interessenten direkt im Büro des Künstlerstadt-Vereins, Gerichtstraße 26A, oder unter der Telefonnummer 039080/29 59.