Gardelegen l „Von Audrey Hepburn bis Jürgen Drews ist alles dabei.“ Cornelia Schön von der Bibliothek Gardelegen freut sich über den neuen Online-Filmkatalog, mit dem Bibliotheksmitglieder „ab sofort mehr als 2000 Filme und Serien im Internet schauen können“.

Ob Dokumentationen, Kurzfilme, historische Dramen, oder moderne Kino-Blockbuster: Jedes Mitglied der Bibliothek Gardelegen könne sich von nun an für nur zehn Euro im Jahr (Familien zahlen 18 Euro, Kinder nichts) mit seinem Bibliotheksausweis auf www.filmfriend.de anmelden und durch dutzende Genres stöbern. Der Zugang soll sowohl am heimischen PC als auch auf Mobilgeräten wie Tablet oder Smartphone per App möglich sein. Über diese könne das Filmmaterial auch heruntergeladen werden. „Der Nutzer meldet sich einfach mit der Nummer seines Bibliotheksausweises und einem Passwort an“, erklärt Romy Topf, die stellvertretende Leiterin der Bibliothek Gardelegen. „Bei der Anmeldung wird unter anderem das Alter geprüft, damit auch nur die Inhalte erscheinen, die eine entsprechende FSK-Altersfreigabe haben.“

Angebot schafft Platz und Zeit

Gefördert werde das Angebot je zur Hälfte von der Stadt Gardelegen und vom Land Sachsen-Anhalt. Bundesweit gibt es den Online-Filmkatalog auf www.filmfriend.de bereits seit 2017, in Sachsen-Anhalt sei die Bibliothek Gardelegen der erste regionale Kooperationspartner. Nächstes Jahr sollen weitere Bibliotheken in anderen Städten folgen, unter anderem Bernburg, Landsberg, Magdeburg, Osterburg und Zielitz.

„Der Trend zur Digitalisierung und zum Streaming ist spürbar geworden“, sagt Schön. Vermehrt würden Leih-DVDs nur noch in den Regalen stehen, ein- und ausgelagert werden, ohne dass die Mitglieder sie nachfragen. „Die Leihzahlen gehen zurück“, sagt sie. Das neue Online-Angebot schaffe nun Platz und Zeit für neue Ideen und andere Aufgaben, zum Beispiel mehr Veranstaltungen in der Bibliothek abzuhalten.

Zugang zur kulturellen Teilhabe

„Wir sind damit im Übrigen keine Konkurrenz zu Netflix, Amazon Prime oder anderen kommerziellen Streaming-Anbietern“, betont Topf. Es gehe vielmehr darum, den Menschen „im Sinne der Chancengleichheit einen zeitgemäßen Zugang zur kulturellen Teilhabe und allgemeinen Bildung zu ermöglichen“, ihnen Wissen und Informationen gegen eine niedrige Aufwandsentschädigung bereitzustellen. „Was sich geändert hat, ist nur die Art des Mediums“, so Topf.

Derzeit werde die Bibliothek von 1300 Menschen genutzt, viele kämen aus dem Umkreis her, fürs Filmeschauen könnten die nun zu Hause bleiben.