Brunau/Jeetze/Kalbe l „Da kommen schwere Hausaufgaben auf uns zu“, sagt Vize-Bürgermeisterin und Kämmerin Ingrid Bösener mit Blick auf das, was sich in Brunau abzeichnet. Dem dortigen Hort droht die Abrissbirne. Die Kinder müssen anderweitig untergebracht, die angrenzende Grundschule entsprechend ertüchtigt werden.

Aus diesem Grund verzögert sich auch die geplante Unterbringung der Jeetzer Hortkinder um ein weiteres Jahr. Die zuständigen Gremien der Stadt und auch die Eltern sind bereits darüber informiert worden.

„Die Dimensionen der zu erwartenden Baumaßnahmen haben sich verändert“, erklärt die Kita-Sachgebietsleiterin der Stadt, Marina Krüger.

Fragezeichen bei Finanzierung

Als Grund nennt sie die für 2019 avisierte Brandsicherheitsbegehung. Sie lässt für den bestehenden Brunauer Hort erhebliche Auflagen und somit zusätzliche Baumaßnahmen erwarten. Das dürfte den Rahmen dessen, was eigentlich an Arbeiten im und am Hort geplant war, sprengen. Laut Expertenmeinung wäre es deshalb besser, den Hort mit in die Grundschule zu integrieren und dort entsprechende Investitionen zu tätigen. „In diesem Jahr ist das nicht mehr zu schaffen. Und wir müssen auch erst einmal sehen, wie das bei laufendem Betrieb hinzukriegen ist“, sagt Marina Krüger und verweist auf eine umfangreiche Bauplanung, die nun ansteht. Vor 2020 kann deshalb nicht mit den Abriss- und Umbauarbeiten begonnen werden.

Wie die zu finanzieren sind, darüber müssen sich die zuständigen Gremien auch erst einmal Gedanken machen. Über den Haushalt abgesichert sind bislang lediglich die Planungskosten. Und angesichts der Tatsache, dass die Stadt Kalbe auch zeitnah mit dem Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses beginnen will – bei dem Drei-Millionen-Euro-Projekt würde maximal die Hälfte gefördert – stellen sich die zu erwartenden Bauarbeiten in Brunau als enorme zusätzliche Hürde dar.

Im Juni 2018 war vom Stadtrat beschlossen worden, wegen der baulichen Defizite in der Kita Jeetze den dortigen Hortbereich zum Beginn des Schuljahres 2019/20 zu schließen und die Kinder stattdessen in Brunau mit unterzubringen. Immerhin gehen die meisten von ihnen ja auch dort zur Schule. Jedoch war schon damals klar, dass in den Standort Brunau investiert werden muss, auch unter Einbeziehung der nicht genutzten Schulräume. Die Größenordnungen, die sich jetzt abzeichnen würden, seien so allerdings nicht zu erwarten gewesen, betont Marina Krüger.

In Jeetze werden aktuell 15, in Brunau 36 Hortkinder betreut.