Gardelegen l Ein Mittelweg als Fahrradrennbahn, Hundekot auf den Wegen, Pflegefehler und fehlende Ansprechpartner vor Ort: Die Liste der Kritikpunkte war lang. Mitnehmen mussten sie im Oktober 2018 die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes ebenso wie die Vertreter der Lebenshilfe, die den Friedhof im Auftrag der Stadt bewirtschaftet. Eine Bürgerversammlung zum Thema Friedhof war fast aus dem Ruder gelaufen. Keinerlei Lob, sondern fast ausschließlich Kritik hörten die Verantwortlichen.

Der Friedhof sei schon immer ein emotionales Thema gewesen, „wir hatten also schon mit solchen Reaktionen gerechnet“, betont Fachbereichsleiterin Isolde Niebuhr nun während der jüngsten Pressekonferenz. „Wir haben im Nachgang deshalb konkrete Punkte aufgegriffen und eine Ortsbegehung gemacht.“ Dazu hatte die Verwaltung auch die drei härtesten Kritiker eingeladen. Gemeinsam hatten sie sich mit den Verantwortlichen auf dem Friedhof umgesehen. Das Fazit der Stadt: Einige Kritikpunkte seien berechtigt, zum Beispiel die an den Ablageflächen oder auch die Hinweise, dass es so viel Leerstand zwischen den Gräbern gibt. Hier soll künftig gestalterisch gegengewirkt werden.

Pflege in der Kritik

Die ebenfalls kritisierten Pflegefehler hätten sich indes nicht bestätigt gefunden, anderes sei organisatorisch nicht möglich: Der Wunsch der Bürger, dass direkt auf dem Friedhof dauerhaft ein Ansprechpartner vor Ort sein müsse, sei zum Beispiel nicht zu erfüllen, betont Isolde Niebuhr.

Bilder

Um die weitere Gestaltung des Friedhofes zu optimieren, soll nun – nach Rücksprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie – ein Entwicklungskonzept erstellt werden, informiert Niebuhr. Auf diesem wird alles Weitere aufbauen. Da der Gardeleger Friedhof unter Denkmalschutz steht, müssen bei allen geplanten Maßnahmen auch die entsprechenden Vorgaben beachtet werden. Die viel kritisierten und im Sommer teils vertrockneten Hecken, die charakteristisch für den Friedhof sind und ihn auszeichnen, werden deshalb auch weiterhin zum Bild der Anlage gehören.

Auch innerhalb des neuen Entwicklungskonzeptes und der weiteren Pflege sollen aber weiterhin die Bürger beteiligt werden, betont Bürgermeisterin Mandy Zepig.