Gardelegen l Die Straßen vor den beiden Gardelegener Grundschulen „Otto Reutter“ an der Nicolaistraße und „Johann Wolfgang von Goethe“ an der Sandstraße waren Montagmittag (9. November) fast zugeparkt. Die Eltern waren von den Schulleitungen zur jeweiligen Bildungseinrichtung gebeten worden, um ihre Kinder abzuholen. Den Grund dafür bestätigte am Nachmittag das Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel: Montag, Stand 13.30 Uhr, gab es insgesamt drei weitere Personen, die laborbestätigt positiv auf das Corona-Virus getestet wurden.

14-tägige Quarantäne

Bei einem der neuen Fälle handele es sich um eine Lehrkraft der Reutter-Grundschule. Da die pädagogische Kraft zwischenzeitlich klassenübergreifend als Gastlehrer an der Goethe-Grundschule unterrichtet hat, wird für alle Schülerinnen und Schüler der beiden Grundschulen sowie für alle Lehrkräfte eine Quarantäne bis einschließlich Sonntag, 22. November, angeordnet. Alle Erziehungsberechtigten wurden kontaktiert, teilte Kreissprecherin Inka Ludwig mit.

Zur Mittagszeit hatten die Mitarbeiter der Grundschulen bereits die Eltern informiert, die zum Teil vor großen Herausforderungen stehen, wie Maria Friebus im Volksstimme-Gespräch erklärte. „Wir wurden nur benachrichtigt, dass wir die Kinder abholen müssen und sie jetzt 14 Tage in Quarantäne sollen.“ Mehr Informationen hatte Maria Friebus, deren Sohn Paul die dritte Klasse der Otto-Reutter-Grundschule besucht, zunächst nicht, als sie am Mittag vor der Reutter-Grundschule gemeinsam mit vielen anderen Eltern auf ihr Kind wartete.

Bilder

Eltern müssen organisieren

Und Paul Friebus kam seiner Mutter freudig entgegen. „Nächste Woche hätte er seine erste Klassenarbeit in Deutsch geschrieben, da ist er nicht so traurig, dass die Schule jetzt ausfällt“, nahm es Maria Friebus mit Humor. Dabei ist die Situation für sie als Selbstständige gar nicht lustig: „Wie ich das jetzt die nächsten zwei Wochen organisiere, weiß ich auch noch nicht.“

Ähnliche Probleme sah Bianca Kölling, eine weitere wartende Mutti: „Wir haben damit gerechnet, dass es irgendwann auch unsere Schule trifft, aber nicht damit, dass es so schnell geht. Zum Glück habe ich heute noch frei. Wie es ab morgen laufen wird, weiß ich auch noch nicht.“