Ausweichunterricht

Eltern haben viele Fragen

Im nächsten Jahr sollen Umbau und Sanierung der Grundschule Brunau beginnen. Dazu wird es einen Eltern-Info-Abend geben.

Brunau l Wie soll die Beschulung der brunauer Grundschüler am ehemaligen Schul- standort an der Westpromenade in Kalbe ablaufen? Wann fahren die Schulbusse von Brunau nach Kalbe und zurück? Kommen die Kinder aus den übrigen Orten direkt oder über Brunau zum Kalbenser Schulstandort? Wird es eine Aufsicht an der Bushaltestelle geben? Wann wird der Unterricht beginnen? Ist das Gebäude, dessen obere Etagen bereits seit geraumer Zeit leer stehen, bis zum Schulstart überhaupt hergerichtet? Fragen über Fragen treibt die Eltern der Brunauer Grundschüler um. In einer vorherigen Stadtratssitzungen gab es von Eltern bereits Kritik, dass auf diese Fragen nicht eingegangen worden sei, dass die Sorge der Eltern, wie der Schulalltag während der Bauphase geregelt werden soll, nicht ernst genommen werde. Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth erklärte damals, dass er sich erst äußern könne, wenn ihm alle relevanten Informationen vorliegen. Und dies ist nun der Fall.

Die Eltern übergaben der Stadt einen dreiseitigen Fragekatalog. Auf diesen ging Ruth bei einem Treffen mit Vertretern des Elternrates vor kurzem ein. „Es war ein konstruktives Gespräch“, berichtete Heiko Januschewski, Mitglied im Brunauer Ortschaftsrat und Elternvertreter, am Mittwoch dem Ortschaftsrat. „Auf sachlicher Ebene“ haben bei diesem Treffen die Eltern ihren Standpunkt dargelegt, so Januschewski.

Vor allem gehe es den Eltern darum, dass sie die Tagesstruktur ihrer Kindern ab dem 15. Februar 2021, dem Start des zweiten Schulhalbjahres, geregelt wissen wollen, so das Ortschaftsratsmitglied. Ab diesem Tag soll nämlich die Beschulung am reaktivierten Schul- standort in Kalbe beginnen.

Am Dienstag, 15. Dezember, findet eine Informationsveranstaltung statt. An dieser werden auch Vertreter der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel (PVGS), die für den Schülertransport zuständig ist, teilnehmen. Dann können auch konkrete Fragen zum Schülerverkehr beantworten werden. Des Weiteren werden Vertreter des Schulamtes, das Lehrerkollegiums, die Schulleitung und Vertreter aus dem städtischen Bauamt und dem Fachbereich Kindereinrichtungen dabei sein. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr in der Kirche in Brunau. Die Teilnehmerzahl ist coronabedingt begrenzt. Die Eltern werden gebeten, dass pro Kind nur ein Elternteil teilnimmt, damit allen Elternhäusern ein Besuch der Veranstaltung möglich ist. Im Vorfeld erhalten sie Teilnahmezettel, die ausgefüllt an die Schule zurückzugeben sind.

Einen Knackpunkt werde es bei dieser Veranstaltung wohl geben, blickt Ruth voraus. So gebe es derzeit noch Klärungsbedarf, was das Verbringen der Kinder des Brunauer Hortes nach und von Kalbe betrifft. Der Einsatz der Schulbusse werde vom Altmarkkreis finanziert, für die Kommune beziehungsweise die Eltern fallen keine zusätzlichen Kosten an. Anders verhalte es sich bei Fahrten zum Standort der Betreuung. Wie der Bürgermeister äußert, werde die Erwartungshaltung der Eltern vermutlich sein, dass die Stadt diese Kosten übernimmt, da diese ja die Beschulung in Kalbe vorsieht. Grundsätzlich sei diese Kostenübernahme aber nicht üblich. Allerdings, so Ruth im Volksstimme-Gespräch, werde das Thema bei den Stadträten aufgerufen. Dann solle geklärt werden, ob eine Bereitschaft, die Kosten für diese Fahrten komplett beziehungsweise zu einem Teil zu übernehmen, gegeben sei. Ruth gab aber auch zu bedenken, dass ein solcher finanzieller Ausgleich auch nicht erfolgt sei, als vor Jahren zugunsten des Erhaltes des Schulstandortes Brunau Schuleinzugsbereiche geändert wurden (Kinder aus Badel, Thüritz, Zierau, Jeggeleben und Mösenthin, die zuvor in Fleetmark beschult wurden, und aus Güssefeld, zuvor im Einzugsbereich Kalbe, wurden damals Brunau zugeordnet).

Zeitnah an den Schulstart in Kalbe Mitte Februar nächsten Jahres solle auch mit der Baumaßnahme in Brunau begonnen werden, sofern die Witterung dies zulässt, so Ruth. Begonnen werde mit dem Abriss des Hortes.

Während der Bauphase in der Grundschule sei angedacht, dass im nächsten Jahr auch die Fenster der Turnhalle erneuert werden sollen, informierte Ortsbürgermeisterin Ortrun Cyris.