Kalbe l Die großen Gefahrenquellen im Kalbenser Kurpark, die Sturmtief „Sabine“ jüngst verursacht hat, sind behoben.  Begehungen im Park fanden durch Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes und der Forstwirtschaft statt. Diese kamen zu dem Ergebnis, dass der Park wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll.

„Das akute Gefährdungspotential wurde einstweilig beräumt. Dies wird jedoch nur ein vorübergehender Zustand sein können“, sagte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth auf Volksstimme-Anfrage. Dazu erläuterte er: „Selbst für den Laien ist erkennbar, dass insbesondere der Eschenbestand teils massive Schädigungen aufweist, die in der Folgezeit zu weiteren Ausfällen und damit Gefahren für die Parkbesucher führen werden.“

Befall von Schädlingen

Verursacher der Schädigungen des Eschenbestandes sind zwei Schädlinge. Zum einen der Bunte Eschenbastkäfer, der von März bis Mai ausfliegt. Seine Larven schädigen dann die Bäume. Zum anderen sind diese meist zuvor schon vom Falschen Weißen Stängelbecherchen, einem Pilz, befallen. Der Käfer nistet sich nämlich in kranken Bäumen ein.

Übrigens kommt es aufgrund von Schädlingsbefall nicht nur im Kurpark Kalbe zum Eschensterben. Eschenschädlinge kommen zum Beispiel auch im Naturschutzgebiet Beetzendorfer Bruch vor sowie deutschlandweit, beispielsweise in Mecklenburg-Vorpommern oder im Allgäu.

Baumkontrolle im Frühsommer

Aber zurück nach Kalbe: Im Frühsommer wird über eine entsprechende Baumkontrolle der Austrieb der Eschen und somit die Überlebensfähigkeit des jeweiligen Baumes beurteilt, hieß es aus dem Rathaus.

Um den Kritikern der städtischen Maßnahmen deren faktische Notwendigkeit zu vermitteln, möchte Ruth bei Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel anregen, eine geplante Beratung des Ortschaftsrates vor Ort ausdrücklich unter Einbindung der Öffentlichkeit anzubieten.

Haushalterisch niemand vorbereitet

Auf die Kritik der Einwohner, dass der Kurpark so lange gesperrt blieb, antwortet Karsten Ruth: „Auf ein derartiges Phänomen ist haushalterisch niemand vorbereitet, so dass zum Schutz von Leib und Leben der Menschen zunächst einmal die Absperrung das einzig taugliche Mittel darstellt.“

Nach Rücksprache mit Fachleuten ist damit zu rechnen, dass sich das Eschensterben im Kurpark weiter fortsetzt. Es ist quasi fast der ganze mittige Baumbestand betroffen. Was dabei jedoch besonders problematisch ist: Trockene Eschen lassen sich nicht mehr einfach von unten fällen, weil sie bei derartigen Maßnahmen regelrecht in sich zusammenzubrechen drohen. Ihr Totholz wird deshalb im Fachjargon auch gern als „Witwenmacher“ bezeichnet. Eigentlich ließe sich so ein Baum dann nur mit Spezialmaschinen von oben herunternehmen. Und es wird immer schwieriger, je länger mit dem Fällen gewartet wird. Zudem bringt es nach Angaben von Fachleuten nichts, immer nur einige wenige Bäume zu fällen, weil der Flurschaden dann größer ist als alles andere. Es braucht ein umfassendes Konzept, wie es langfristig mit dem Park weitergehen kann.