Kalbe l „Dieses Spiel fördert die Konzentrationsfähigkeit, die Wahrnehmung, die Sprachentwicklung, aber vor allem das strategische Denkvermögen“, sagt Erzieher Marius Reisener mit Blick auf seine Schach-Schützlinge im Jeetzer „Knirpsenland“. Zu denen gehören seit zwei Wochen nicht nur zehn Hort-, sondern auch sechs Vorschulkinder.

Lernmaterial erhalten

Bereits Ende 2017 war in der Kita damit begonnen worden, die älteren Mädchen und Jungen, die dort nachmittags nach der Schule betreut werden, an das Schachspielen heranzuführen. Dazu hatte ein Teil des Erzieherteams an einer speziellen Fortbildungsmaßnahme teilgenommen. Über den Verein „Kinderschach in Deutschland“ und dessen Projekt „Mitteldeutschland spielt Schach“ hatte das Jeetzer „Knirpsenland“ dann auch entsprechendes Lehrmaterial erhalten. Und dazu hatten neben Übungsheften, Lehrbüchern und einer großen Magnettafel zur besseren Darstellung und Erklärung der einzelen Figuren auch zwölf Brettspiele für den Innenbereich sowie ein großes Schachspiel für den Außenbereich gehört. Das alles wird seither regelmäßig genutzt.

„Die Kinder sind wirklich begeistert bei der Sache. Ich bin immer ganz fasziniert, wenn ich das sehe“, sagt Kita-Leiterin Sigrun Mösenthin, die es bedauert, dass ihr niemand frühzeitig das Schachspielen beigebracht hat. Mit zunehmendem Alter wird es nämlich nicht unbedingt leichter, es zu erlernen. „Schach ist ein schweres Spiel. Aber es gibt dennoch eine hohe Nachfrage“, betont Marius Reisener.

Eigene Arbeitsgemeinschaft

Bei den Knirpsenland-Kindern ist das Interesse daran unter anderem mit jener Sage geweckt worden, nach der das Spiel einst erfunden worden war, um einem Herrscher klar zu machen, dass er ohne andere Figuren in seinem Umfeld und ohne Bauern nichts ausrichten kann. „Und mittlerweile ist zu beobachten, dass die Kinder nicht mehr nur einfach den Gegner schlagen wollen, sondern auch die Wertigkeit der Figuren besser einzuschätzen wissen“, sagt der Erzieher.

Seit Anfang 2018 gibt es im „Knirpsenland“ eine Art Schach-Arbeitsgemeinschaft. Und ihre Mitstreiter, die sich wöchentlich treffen, werden immer jünger ...