Wettbewerb

Film ab für eine schöne Zukunft in Lindstedt in der Altmark

Gibt es für die „Zurück in die Zukunft“ Film-Trilogie aus den 80er Jahren bald eine Fortsetzung aus Lindstedt? Es sieht ganz danach aus, denn der Förderverein Historische Region Lindstedt hat sich mit der Idee für ein Filmprojekt an einem Wettbewerb beteiligt und Geld für die Umsetzung gewonnen.

Von Stefanie Brandt
Die Region Lindstedt soll attraktiv sein – in der Zukunft auch für Senioren. Mit einem Film wollen Anja Rohrdiek und ihre Mitstreiter den Einwohnern zeigen, wie ein Leben auf dem Dorf in Zukunft aussehen könnte. Foto: Sebastian Kahnert/dpa Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Lindstedt. Wer nicht nach Lindstedt und in die umliegenden Dörfer will, der kommt vermutlich auch nicht zufällig dorthin. Wer aber einmal dort lebt, will und soll vielleicht bleiben – und das auch im Alter. Nach Möglichkeiten für eine gute Daseinsvorsorge und ein intaktes Dorf- und Vereinsleben sucht der Förderverein Historische Region Lindstedt – und der erhält jetzt dafür auch finanzielle Unterstützung.

„Wir als Förderverein beschäftigen uns schon länger mit der Frage: Wie kann man gut alt werden auf dem Dorf?“, erläutert Anja Rohrdiek von Förderverein. Den Akteuren würde am Herzen liegen, dass es für die Senioren mehr Möglichkeiten gibt. In diesem Zusammenhang gab es Treffen mit Sophie Schönemann, die in Letzlingen das Modellprojekt der Pfeifferschen Stiftungen „Gut und selbstbestimmt altern auf dem Land“ im Quartier in Letzlingen als Managerin betreut. Im Herbst 2020 wurde die Idee rund 20 Zuhörern aus den umliegenden Dörfern näher gebracht. „Da sind wir in einen regen Austausch gekommen und haben auch gehört, dass es für schöne Projekte Fördermittel gibt“, berichtet Rohrdiek.

Alt werden auf dem Dorf

An Ideen mangelt es den Lindstedtern nicht. Sie träumen zum Beispiel von einem Gebäude, gern mit angeschlossenem kleinem Dorfladen, in dem Senioren gemeinsam essen, sich treffen und reden könnten. „Wo sich Menschen treffen, da findet auch ein Austausch statt. Vielleicht sagt einer, er will zum Friseur, der nächste bietet an, er könne ihn mitnehmen. Wir wollen Wege finden, wie wir uns selbst helfen können“, betont Rohrdiek.

Unter dem Motto „Zukunftsfähige Dörfer“ haben sie schon einiges unternommen. Um voran zu kommen, braucht es aber Geld und – und darauf zielt die gewinnbringende Idee im Wettbewerb ab – die Unterstützung einer breiten Masse. In diesem Zusammenhang seien sie auf den Förderaufruf „Miteinander - für ein lebenswertes Quartier“ der Beratungsstelle zur kommunalen Quartiersentwicklung in Sachsen-Anhalt (BEQISA) aufmerksam geworden. „Die haben aber gleich gesagt: ’Vergessen Sie, dass sie Geld für Personalkosten oder ein Gebäude bekommen.’ Sie wollten erstmal, dass wir eine Bestandsaufnahme machen. Ich habe denen gesagt, wir wissen genau, was wir wollen, aber wie sollen wir in Corona-Zeiten an die Bürger herantreten?“, so Rohrdiek.

In diesem Moment sei die Idee geboren, die Lindstedter in einem Lindstedt, das zehn oder 20 Jahre in der Zukunft liegt, abzusetzen. Dort soll es alles geben: gemeinsames Mittagessen, ein Auto, das sich Senioren teilen, altersgerechtes Wohnen. Aber wie sollte das den Einwohnern visuell nahe gebracht werden? „Dann machen Sie doch einen Film“, habe die Beraterin gesagt und erklärt, dass solche Projekte gefördert würden. Der Förderverein habe sich daraufhin unter dem Projektnamen „Lebenswerte Region Lindstedt – gemeinschaftliche Entwicklung und Realisierung einer filmischen Zukunftsvision für ein Quartier“ beworben.

Helfer werden gesucht

Weil Bilder bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, soll der Film generationsübergreifend die erarbeitete Zukunftsvision für das Quartier Lindstedt in Szene setzen. Zum Beispiel könnte ein optisch durch maskenbildnerische Arbeit gealterter Ortsbürgermeister im E-Auto von Wollenhagen nach Lindstedt fahren und dort an dem gemeinsamen Mittagessen, das es geben soll, teilnehmen. Das ist nur eine Idee von vielen.

„Wir freuen uns über Menschen aus Lindstedt, Kassieck, Seethen/Lotsche, Wollenhagen oder Lindstedterhorst, die daran mitwirken möchten. Ob an der Filmgeschichte, also dem Manuskript, oder der Umsetzung vor oder hinter der Kamera“, startet Rohrdiek einen Aufruf. Da das Projekt eine Co-Finanzierung von 500 Euro vorsieht, freuen sich die Lindstedter auch über zweckgebundene finanzielle Zuwendungen.

Projektverantwortlich ist neben Anja Rohrdiek auch Gisela Thunecke. Der Film soll noch in diesem Jahr – natürlich coronakonform – entstehen. „Wir werden zeitnah damit beginnen“, kündigt Rohrdiek an, die sagt, sie habe auch schon einen guten Videografen mit technischem Knowhow an der Hand, der inhaltlich mit den Lindstedter Verantwortlichen auf einer Wellenlänge sei. Rohrdiek optimistisch: „Da kann eine tolle Sache entstehen. Wir wollen am Bewusstsein der Menschen rütteln. Es ist wichtig, sie bei der Idee mitzunehmen.“