Gardelegen l Der Geruch des Geheimnisvollen umweht sie und so manche Sage rankt sich um die Freimaurerei. Die Herren der Gardeleger Loge sehen das allerdings entspannt. Sie wissen um ihre Außenwirkung, aber auch um die Stärken ihrer Gemeinschaft. „Eine Idee, die immerhin 300 Jahre überlebt hat“, wie Peter Timme betont. 1717 wurde nämlich einst in London die erste Loge gegründet wurde. Etwa 15 Jahre später hatte Hamburg seine erste Loge. Jahrhunderte lang seien auch die Rituale der Freimaurer dieselben, erläutert Hans-Herbert Müller, derzeit Meister vom Stuhl und somit das Oberhaupt der Gardeleger Loge. Weltweit erkennen sich Freimaurer daran untereinander, egal welches Land der Welt sie gerade bereisen. Alle Freimaurer eint zudem dieselbe Lebensphilosophie, die selbe Geisteshaltung versichert Timme. „Sie lernen John in England kennen, und wenn er Freimaurer ist, haben Sie das Gefühl, sie kennen ihn schon 50 Jahre.“

Freimaurerei, das sei neben der weltweiten Verbundenheit aber vor allem die „spirituelle Arbeit“. Worum es dabei konkret geht, das eben ist das berühmte Geheimnis der Freimaurerei. „Wer zu uns kommt, muss sich unseren Gesetzen unterwerfen, was er in der Loge hört und sieht, darf nicht nach außen dringen“, bestätigt Helfried Klünder-Seiler.

Suchende werden geprüft

Doch was finden Interessierte – die Freimaurer bezeichnen sie als „Suchende“ – in einer Loge? Zunächst einmal sei es die Chance auf geistige Entwicklung, die Suche nach sich selbst, beschreibt Klünder. „Wer nichts vermisst, wer rundum mit sich zufrieden ist, der wird nie zu uns stoßen!“

Das „Eintauchen in die Geschichte, weltweite Verbundenheit und gute Gespräche“ zählt wiederum Peter Timme zu den Vorteilen der Freimaurerei. Aber nicht zuletzt sei es auch die Geselligkeit, erinnert Hans-Herbert Müller an vergangene Gästeabende oder Fahrten, bei denen dann auch die Frauen dabei sein dürfen. Die sind bei den Treffen nämlich nicht zugelassen. Denn ein Freimaurer ist „ein freier Mann von gutem Ruf“, erinnert Müller. Aufgenommen – nach ausgiebiger Prüfung – wird nur, wer unabhängigen Geistes und moralisch oder politisch unbescholten ist. „Wer den Wertekanon verlässt“, sich zum Beispiel gegenüber Familie oder Staat nicht an allgemeingültige Regeln hält, wird und bleibt kein Freimaurer, versichert Timme.

Wer die Prüfungen der Brüder bestehe, könne indes sicher sein, dass er unter dem Vorsatz „In unserem Kreis sind alle gleich“ als Gleicher unter Gleichen gilt, könne auf Kameradschaft und den Schutz der Loge vertrauen. Und ganz sicher werde sich als Freimaurer „sein Blickwinkel ändern“, verspricht Helfried Klünder-Seiler. Wer sich angesprochen fühlt, ist – zunächst auf den Gästeabenden – herzlich willkommen, garantieren die Gardeleger Freimaurer jedem „Suchenden“. Kontakthinweise und mehr Informationen gibt es im Internet unter www.freimaurerei.de