Kalbe l 35 Euro in der Kernstadt, 25 Euro in den umliegenden Dörfern: So viel muss ein Hundehalter in der Einheitsgemeinde Kalbe jährlich für seinen Vierbeiner an Steuern entrichten. Im Vergleich zu anderen Kommunen eine überschaubare Forderung. Dennoch sind viele Hunde nicht offiziell im Verwaltungsamt registriert. „Die Liste, die uns inzwischen vorliegt, sie ist lang“, sagt Jörg Kraberg, der zuständige Mitarbeiter des Ordnungsamtes, und betont weiter: „Wir gehen jetzt in die Vollstreckung.“

Amt geht in die Vollstreckung

Denn bis zum 1. März hatten Hundehalter Gelegenheit, ihren Vierbeiner nachzumelden, ohne mit Sanktionen rechnen zu müssen. Rund 100 Personen haben Gebrauch davon gemacht. „Ich hätte eigentlich mit noch mehr Nachmeldungen gerechnet“, sagt Jörg Kraberg, bei dem zahlreiche Hinweise zu nicht registrierten Hunden eingegangen sind.

Er wird die betreffenden Hundehalter jetzt im Rahmen eines Anhörungsverfahrens anschreiben. Sie können sich dann zur Sache äußern. Und danach entscheidet sich, ob ein Verwarngeld bis 55 Euro ausgesprochen oder ob gar ein Bußgeldverfahren eingeleitet wird. Das könnte, rein theoretisch, bis in den fünfstelligen Bereich gehen und sogar in eine vorübergehende Wegnahme des Tieres münden. Allerdings sei dies keinesfalls das erklärte Ziel der Verwaltung. „Vielmehr geht es hier um Gerechtigkeit“, betont Jörg Kraberg.

Deshalb hatte er in Abstimmung mit Bürgermeister Karsten Ruth auch vor einiger Zeit Aushänge in die Bekanntmachungskästen gebracht, mit denen auf die Steuerpflicht und auf die Frist zur Nachmeldung aufmerksam gemacht worden war. Bis dahin waren lediglich 644 Hunde in der Verwaltung registriert gewesen. Nach Erfahrungswerten viel zu wenig in einer ländlichen Kommune mit insgesamt 37 Orten. Aus einigen davon waren gerade einmal eine Handvoll Hunde im System aufgetaucht.

Jörg Kraberg kündigte für die nächste Zeit auch stichprobenartige Kontrollen in Form von Ortsbefahrungen an.