Gardelegen l 650 Mädchen und Jungen besuchen das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Gardelegen. Jeden Morgen passieren sie auf dem Weg zur Schule den Bereich Jägerstieg/Gartenstraße. Ein Großteil der Schüler kommt zu Fuß, andere werden von ihren Eltern mit dem Auto gebracht. Dass dieser Schulweg insbesondere zu den Stoßzeiten, also zu Schulbeginn und Schulschluss, sehr stark frequentiert wird – auch von Eltern, die ihre Kinder zur Schule fahren – „entsteht eine Situation vor Ort, die zum Teil auch gefährlich für Leib und Leben der Schüler ist“, berichtete gestern Dirk Kuke von der Stadtratsfraktion Freie Liste/Feuerwehr. Trotz einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 und dem Hinweis „verkehrsberuhigte Zone“ würden die Fahrzeugführer oft keine Rücksicht auf die Schüler nehmen, so Kuke.

Schulleiterin weist darauf hin

Auf diese Problematik hingewiesen, wurde er von Schulleiterin Steffi Ros. Gemeinsam stellte die Freie Liste/Feuerwehr und das Gymnasium einen Antrag, dort einen Fußgängerüberweg einzurichten. Seitens der Stadt wurde dies bereits mehrfach geprüft, jedoch mit Hinweis auf die bestehende Geschwindigkeitsbegrenzung abgewiesen, so Kuke. Begründete wurde ihm gegenüber die Ablehnung auch damit, dass die Gesetzeslage dies nicht hergebe und dass es sich nur um einen begrenzten Zeitraum zum Schulbeginn und Schulende handele.

 

Gestern machten sich Dirk Kuke, die Schulleiterin, Anette Sell von der Stadtverwaltung und die beiden Regionalbereichsbeamten der Stadt, Lutz Richter und Henry Rosner, bei einem Vor-Ort-Termin ein Bild von der Situation. Von 7 bis 7.30 Uhr, also vor dem Schulbeginn, waren sie im Bereich Jägerstieg/Gartenstraße. Aufgefallen sei dabei, dass die Straße im Bereich des Eingangs des Schulgeländes von parkenden Autos zugestellt ist. Unter anderem parkten dort Fahrzeuge der Patienten einer ansässigen Arztpraxis.

Bilder

Sicherheit nicht garantiert

„Aus Sicht der Schulleiterin entsteht dort eine Situation, die die Sicherheit des Schulweges nicht garantiert“, so Kuke. Die Beteiligten des Vor-Ort-Termins suchten gestern gemeinsam nach einer Lösung. Wie Kuke mitteilte, gab es von der Stadt drei Vorschläge. So könne ein zeitlich begrenztes Halteverbot in diesem Straßenabschnitt eingerichtet werden. Markierungen auf der Fahrbahn sollen auf eine mögliche Gefährdung aufmerksam machen. Außerdem solle die Straßenbeleuchtung verbessert werden, damit die Kinder bei Dunkelheit am Morgen besser gesehen werden.

Wie Kuke erklärte, erfüllen diese Vorschläge aber keineswegs die Forderungen der Schulleiterin. Sie könne der Argumentation der Stadtverwaltung, dass ein Fußgängerüberweg die Gefährdung sogar erhöhe, weil die Kinder sich so sicherer fühlen, nicht folgen. Kukes Vorschlag, einen Schülerlotsen einzusetzen, fand bei der Stadt ebenfalls keine Zustimmung.

Schulweg sicher gestalten

„Wir werden jetzt die schriftliche Begründung und die Umsetzung abwarten und weiter nach einer geeigneten Lösung suchen“, sagte Kuke. Auch Steffi Ros werde sich weiterhin dafür einsetzen, den Schulweg sicherer zu gestalten, „ehe ein Kind zu Schaden kommt“.

Für Kuke bleibt ein Fußgängerüberweg die beste Variante, den Schulweg der Kinder und Jugendlichen sicherer zu gestalten. Wie er begründete, schaffe ein Fußgängerüberweg „nicht nur den Raum für einen sicheren Schulweg, er verhindert auch das Parken vor der Praxis und schafft mit dem größeren Sichtfeld auch ein Mehr an Sicherheit“.