Gardelegen l Nach knapp anderthalbjähriger Bauzeit erfolgt am Donnerstag, 24. Oktober, die öffentliche Schlüsselübergabe anlässlich der bevorstehenden Inbetriebnahme des neuen Besucher- und Dokumentationszentrums der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen. Die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt lädt dazu Interessenten ab 16 Uhr ins neu errichtete Gedenkstättengebäude ein.

Nach der Begrüßung durch Stiftungsdirektor Kai Langer werden Gunnar Schellenberger, Stiftungsratsvorsitzender und Staatssekretär für Kultur in der Staatskanzlei und im Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, und Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher Grußworte seitens des Landes und der Stadt sprechen. Anschließend gibt Gedenkstättenleiter An-dreas Froese einen Ausblick auf die zukünftige Arbeit im neu errichteten Dokumentationszentrum.

Ausblick auf zukünftige Arbeit der Einrichtun

Musikalisch begleitet die Parforcehorngruppe Mildetal Gardelegen die Veranstaltung. Mit dabei ist auch die Arbeitsgemeinschaft (AG) Stolpersteine des Gardelegener Geschwister-Scholl-Gymnasiums, die sich für das Gedenken der Schicksale jüdischer Familien in Gardelegen während der Zeit des NS-Regimes engagiert. Die AG-Mitglieder bieten ein Kuchenbüfett an, dessen Erlös auf Basis von Spenden für die ehrenamtliche Erinnerungsarbeit der Gruppe genutzt wird.

Die Übergabe der neuen Dauerausstellung wird im April 2020, anlässlich des 75. Jahrestages des Massakers in der Isenschnibber Feldscheune, stattfinden.

3,7 Millionen Euro veranschlagt

Der Bau des Besucher- und Dokumentationszentrums wurde mit rund 3,7 Millionen Euro veranschlagt. Der erste Spatenstich zu diesem Projekt erfolgte im April 2018. Das neue Gebäude entstand am Rande des Weges, den 1945 mehr als 1000 KZ-Häftlinge gehen mussten. Die längliche Form des Gebäudes greift somit das Thema des Weges auf, den die hier umgekommenen Menschen zurückgelegt haben, gleichsam eine Erinnerung an den Todesmarsch.

In der Nähe des Gutes Isenschnibbe in Gardelegen wurden die KZ-Häftlinge am 13. April 1945 in eine Feldscheune getrieben. Dort fielen sie einem faschistischen Verbrechen zum Opfer. Die Menschen starben qualvoll in einer brennenden Scheune oder wurden erschossen. Auf Veranlassung der Amerikaner im April des gleichen Jahres ist das Gelände mit Friedhof seitdem eine Gedenkstätte. Die Gedenkstätte werde international sehr aufmerksam beobachtet, berichtete der Gedenkstätten-Leiter Andreas Froese bereits zu einem früheren Zeitpunkt der Volksstimme. Vor allem aus Polen und den USA gäbe es sehr viele Anfragen.