Estedt l Rings um Gardelegen stehen insgesamt 64 Gedenksteine, die an den Todesmarsch von KZ-Häftlingen erinnern sollen, die am 13. April 1945 von den Bahnhöfen Letzlingen und Mieste bis zur Feldscheune Isenschnibbe getrieben worden waren, wo die meisten von ihnen schließlich auf bestialische Weise den Tod gefunden hatten. Auch unmittelbar hinter dem Ortsausgang Estedt existiert ein solcher Stein, für den seit dem vergangenen Jahr der Verdi-Ortsverein Gardelegen verantwortlich zeichnet. Er hat die Patenschaft dafür übernommen. Und so waren einige seiner Mitglieder am Sonnabend damit beschäftigt, den Stein neu zu weißen, sein rotes Dreieck und seine Inschrift „13. 4. 1945“ wieder besser kenntlich zu machen.

Lange Zeit ohne Paten

„Das ist uns eine Herzensangelegenheit“, sagte Angela Hackbart, die in dem Zusammenhang auf den bevorstehenden 73. Jahrestag des Massakers in der Feldscheune hinwies. Aus diesem Anlass würden der Stein und dessen Umfeld neu hergerichtet. Dazu gehöre natürlich auch eine Neubepflanzung, sagte sie und zeigte auf die bereitstehenden Blühpflanzen.

Auch Detlef Kraudelt verfolgte das Geschehen vor Ort. Er ist nicht nur Mitglied des Verdi-Ortsvereins, sondern er ist auch der Sohn von Dorothea Kraudelt aus Estedt, die sich viele Jahre lang um den Gedenkstein in der Nähe ihres Wohnhauses gekümmert hatte. Nachdem sie dann allerdings vor rund 15 Jahren gestorben war, hatte sich niemand mehr so recht für den Stein zuständig gefühlt. Bis zum vergangenen Jahr, als der Gedenkstätten-Förderverein gezielt auf die Suche nach Paten gegangen und der Verdi-Ortsverein tätig geworden war.