Letzlingen l Als Sina Vendt in der Nacht zu Montag (4. Janaur) eine Stunde nach Mitternacht die Sirenen in Letzlingen hörte und aus dem Fenster sah, loderten bereits riesige Flammen. Sie eilte mit ihrem Partner nach draußen, weil sie von ihrer Wohnung aus nicht genau sehen konnte, was brennt. Es hätte auch ein Nebengebäude auf dem Grundstück sein können, aber es stand das Nachbarhaus an der Magdeburger Straße in Flammen. Der gesamte Dachstuhl brannte lichterloh.

Andere Anwohner hatten zu der Zeit bereits die Rettungsleitstelle informiert, die um 1.04 Uhr den Sirenenalarm im Heidedorf selbst sowie in Wannefeld, Roxförde und Gardelegen auslöste. Die Feuerwehren rückten mit insgesamt 37 Einsatzkräften in neun Fahrzeugen an. Darunter befand sich auch die Drehleiter der Gardelegener Wehr.

Dachstuhl brannte lichterloh

Das Feuer breitete sich innerhalb kürzester Zeit auf das gesamte Gebäude aus. Mehrere Trupps rückten unter Atemschutz vor. Mit Äxten mussten die Kameraden Jalousien und Fensterscheiben einschlagen, um die Flammen im Inneren des Hauses unter Kontrolle zu bringen. Zeitgleich erfolgten Löschangriffe von mehreren Seiten und von der Drehleiter aus. Ein Übergreifen des Feuers auf die angrenzenden Grundstücke konnte verhindert werden. Das betroffene Wohnhaus brannte fast vollständig aus. Dort war zum Zeitpunkt des Brandes kein Mieter zu Hause. Es gab keine Verletzten.

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Die Bewohner der benachbarten Häuser waren zur Sicherheit evakuiert worden und harrten im Freien aus. Die Magdeburger Straße, wie die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 71 an dieser Stelle heißt, war während der Löscharbeiten, die bis gegen 4 Uhr dauerten, voll gesperrt. Im Anschluss wurde der Verkehr einspurig an der Einsatzstelle vorbei geführt. Gegen 6 Uhr war die B 71 wieder frei.

Angrenzende Gebäude blieben verschont

Am nächsten Morgen offenbarte sich dem Betrachter das ganze Ausmaß. Vom Dachstuhl sind nur verkohlte Balken übriggeblieben. Die Außenmauern scheinen noch intakt. Im Inneren des Gebäudes haben die Flammen voll und ganz ihre zerstörerische Arbeit verrichtet.

„Die Feuerwehr hat sehr gute Arbeit geleistet“, zeigte sich Christian Glatz am Morgen nach dem Brand erleichtert. Der Jävenitzer Bäckermeister war nach Letzlingen geeilt, um nach dem Rechten zu sehen. Denn er betreibt neben dem Wohnhaus ein Ladengeschäft. Die jeweiligen Außenwände der beiden Gebäude trennen nur ein rund ein Meter breiter Gang. Darüber, dass die Flammen nicht übergriffen, ist auch Ines Vendt heilfroh, der das angrenzende Nachbargrundstück gehört und die in der Nacht, von ihrer Tochter alarmiert, zum Unglücksort geeilt war. Sie habe gleich alles aufgeschlossen, um den Feuerwehrleuten überall Zugang zu gewähren. Auch habe sie mit ihrer Familie später für die Einsatzkräfte Tee gekocht.

Vor Ort war auch die Polizei. Der Schaden wird auf insgesamt 250.000 Euro geschätzt. Der Brandort wurde beschlagnahmt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.