Kloster Neuendorf l Auf der Suche nach einem Hobby hat Uwe Biermann schon so einiges ausprobiert: von Modelleisenbahnbau bis -hubschrauberflug. Im Krippenbau fand er schließlich seine Passion. „Ich habe ein Foto von einer Krippe gesehen und es ausprobiert. Für mich ist es ein tolles Hobby. Man kann dabei sehr gut abschalten“, begründet der 49-Jährige, warum er sich 2005 dafür entschieden hat. Als er vier Jahre später seine neue Stelle als Abteilungsleiter im Bereich Instandhaltung im Glaswerk annahm, stellte er sein Hobby erst einmal zurück. „Die Verwandten hatten dann alle schon eine Krippe von mir, und ich habe mich auf die Arbeit konzentriert.“

Im Hansekontor ausgestellt

Doch vor fünf Monaten kehrte er in den Keller zurück und ist jetzt umso eifriger bei der Sache. Seine Werke finden inzwischen auch außerhalb des Familien- und Freundeskreises, wo sie seit Langem gut ankommen, Beachtung. Groß war die Freude, als Birgit Lüders, Mitorganisatorin beim Advent in den Gärten, ihre Zusage gab, die Krippen in der Adventszeit ausstellen zu wollen. „Sie war hellauf begeistert“, so Biermann, der sich dann eifrig daran machte, noch mehr Krippen für eine Ausstellung zu bauen.

Doch mit der neuen Corona-Verordnung entfiel dieser Weihnachtsmarkt, der jährlich mehrere Tausend Besucher angezogen hat. Immerhin eine Krippe steht aber dennoch im Blumenladen und erfreut die Kunden. Für drei weitere, darunter eine besonders große Krippe, die auch schon im Glaswerk stand, fand Biermann einen sehr schönen Standort im Schaufenster des Hansekontors.

Bilder

Jede Krippe dokumentiert

Die Kunstwerke sind auch käuflich zu erwerben. „Das sind alles Einzelstücke. Ich habe keine Vorlage, sondern sehe, wenn ich mit dem Bau anfange, vor mir, wie es später aussehen soll“, berichtet er. Rund 30 Stunden benötigt Biermann, um eine einfache Krippe zu bauen. Die Materialkosten liegen da schon bei 160 bis 180 Euro. Gut 20 solcher Kunstwerke hat er inzwischen erschaffen, teils sind sie sogar zweistöckig. Grundlage ist immer eine Holzplatte, auf der dann Häuser aus Styropor und Landschaften, dekoriert mit vielen Naturmaterialien, entstehen. Auch kleine Leuchten zieren die Krippen und sorgen für stimmungsvolles Licht.

„Ich versuche immer, kleine Highlights einzubauen: zwei Tauben, die kuscheln oder eine Katze, die sich kratzt“, weist Biermann auf versteckte kleine Details hin, die seine Werke so besonders machen. Den Entstehungsprozess hält er in Alben fest. Für jede Krippe gibt es einen eigenen Ordner.

Wünsche werden erfüllt

Sind seine Häuser aktuell immer eher im bayerischen Stil gehalten, kann er sich vorstellen, künftig mal eine orientalische oder auch eine italienische Krippe zu bauen. Auch andere Wünsche von Interessenten würde er erfüllen. Für die Kita Klosterspatzen in Kloster Neuendorf hat er schon einmal einen kleinen Stall gebastelt.

Von einem Kunstwerk trennt er sich aber nicht. Schon seit mehr als zehn Jahren holt er pünktlich zur Weihnachtszeit seine zweite selbstgebaute Krippe aus dem Lager. „Sie hat uns einfach am besten gefallen, deshalb haben wir sie behalten“, sagt Biermann.