Altmersleben l In Altmersleben gibt es seit geraumer Zeit eine Interessengemeinschaft mit dem Namen „Wasser“. Darüber informierte am Donnerstagabend während der jüngsten Ortschaftsratssitzung Landwirt Hans-Jürgen Schulze, der auch Gründe für deren Schaffung aufzählte. Diese sind in einem Schreiben nachzulesen, welches nun an die Stadt Kalbe, den Altmarkkreis sowie an den Unterhaltungsverband Milde/Biese geschickt werden soll.

Trockenfallen der Untermilde

Hintergrund: Im August 2019 hatten Bürger des Dorfes bemerktt, dass die Untermilde in der Gemarkung Altmersleben trockengefallen war. Sie informierten Ortsbürgermeister Bernd Pawelski, der sich daraufhin bei Kerstin Schulz im Bauamt der Stadt meldete, die wiederum den Altmarkkreis Salzwedel einschaltete.

Binnen einer Woche fand ein Treffen von Vertretern des Landesverwaltungsamtes, des Gewässerkundlichen Landesdienstes, des Unterhaltungsverbandes Milde/Biese, des städtischen Bauamtes, des Landesanglerverbandes und des Stauanlagenbetreibers vor Ort statt. Vergessen wurden dabei allerdings, wie Hans-Jürgen Schulze nun erklärte, die Landwirte. „Wir haben die Interessengemeinschaft gegründet, damit wir bei solchen Prozessen Sachargumente mit einbringen können“, sagte er.

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„Man konnte im Fall der Untermilde erkennen, dass etwas schief gelaufen war und dass mehrere Fehler aufgetreten sind. Es lag nicht nur am Wetter“, schätzte Schulze ein. „Wenn man sich an die entsprechenden Institutionen gewandt hat, bekam man keine Auskunft, es wurde nicht auf einen eingegangen und wir konnten nicht einmal die eigenen Argumente einbringen“, verdeutlichte er sein Anliegen. Den Mitgliedern der Interessengemeinschaft gehe es nicht darum, dass sie Entscheidungen mitgeteilt bekommen. „Uns geht es vielmehr darum, dass wir Sachargumente in Prozesse mit einbringen können“, so der Landwirt.

Kommune ist Gewässerträgerin

Verschärfend kam nach seinen Worten im August 2019 auch hinzu, dass Berufskollege und Ortschaftsratsmitglied Hans-Georg Otte, der für den Stau bei Altmersleben zuständig ist, diesen nicht regulieren konnte, da ihm verschiedene Auflagen keinen Bewegungsspielraum ließen, um ein Trockenfallen der Untermilde zu verhindern. Die Interessengemeinschaft „Wasser“ hofft nun, dass sie mit ihrem Schreiben Gehör findet – zunächst im Stadtrat von Kalbe. Denn die Kommune ist Gewässerträgerin der Untermilde, hat die Aufgaben der Unterhaltung aber an den Verband Milde/Biese abgegeben.

„Auch das ALFF (Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt, Anm. d. Red.) sollte in dem Zusammenhang mit eingebunden werden“, erklärte Bauamtsmitarbeiterin Kerstin Schulz. Sie nahm am Donnerstagabend das Schreiben der Interessengemeinschaft entgegen, um es an Einheitsgemeindebürgermeister Karsten Ruth weiterzuleiten. „Die Klärung der wasserrechtlichen Belange muss mit der Unteren Wasserbehörde erfolgen. Der Unterhaltungsverband Milde/Biese steht für Gespräche zur Thematik gern zur Verfügung“, hieß es diesbezüglich von der in Engersen ansässigen Organisation.