Bürgerumfrage

In Kloster Neuendorf lebt es sich gut

So innovativ kann Lokalpolitik sein: In Kloster Neuendorf frage der Ortschaftsrat die Bürger, wie zufrieden sie im Ort sind.

Von Doreen Schulze

Kloster Neuendorf l Das Gros der Klosteraner ist mit dem Leben im Ort zufrieden. Das lässt sich aus der Bürgerbefragung – die erste dieser Art in der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen – zusammenfassen, die der Ortschaftsrats auswertete. Vom 15. Mai bis 15. Juni hatten die Bewohner Kloster Neuendorf Gelegenheit einen Fragebogen auszufüllen. Unter anderem sollte die gefühlte Lebensqualität im Ort eingeschätzt werden.

Mit der Beteiligung an der Umfrage zeigte sich Ortsbürgermeister Andreas Höppner „hoch zufrieden“. 89 Umfragebögen sind ausgefüllt abgegeben worden. Das entspreche einer Beteiligung von 53 Prozent der Haushalte in Kloster Neuendorf. Wie Höppner anmerkte, heißt es, dass eine solche Auswertung bei einer Beteiligung von rund 30 Prozent repräsentativ sei. Hinzu komme, dass sich Bewohner aller Altersgruppen beteiligten.

Dass sie sich in Kloster Neuendorf wohl fühlen, bestätigen mit einem „trifft voll und ganz" zu 42,70 Prozent der Teilnehmer. Sehr zufrieden und zufrieden sind weitere 47,19 Prozent. „Trifft gar nicht zu“ ist hingegen von 1,12 Prozent angekreuzt. Die Nähe zur Natur und Lage begrüßen ebenfalls mehr als 50 Prozent der Befragten.

Auf die Schultern klopfen, darf sich der Ortschaftsrat. Auf die Frage, wie zufrieden die Dorfbewohner mit der Arbeit des Gremiums seien, antworten 91 Prozent, dass dieser sehr gut beziehungsweise ziemlich gut agiere. „Sehr schlecht“ bewerten 0 Prozent. Ebenfalls sehr zufrieden beziehungsweise zufrieden sind 95 Prozent der Bewohner mit der Information über wichtige Dinge und Vorgänge innerhalb des Ortes. So seien die Einwohner mit Vereinen und Ortschaftsrat über die WhatsApp-Gruppe beziehungsweise über Facebook gut miteinander verknüpft und Informationen können auf schnellem Wege verbreitet werden.

Kritische Anmerkungen, allerdings zu Punkten, die nicht in der Hand des Ortschaftsrates liegen, gibt es aber auch. So schätzen 43,82 Prozent der Teilnehmer die Internetanbindung als ziemlich bis sehr schlecht ein. 21,35 Prozent sagen, es gehe so. Doch Abhilfe ist wohl in Sicht. Laut Zweckverband Altmark soll in Kloster Neuendorf im nächsten Jahr der Ausbau des schnellen Internetnetzes beginnen. Ziemlich durchwachsen ist die Einschätzung der Verkehrssituation. 33,71 Prozent sagen, es gehe so. 26,97 Prozent sind zufrieden. 34,83 Prozent sind eher unzufrieden. Vor allem werde der Bau einer Ortsumgehung gefordert. Dies werde von Einwohnern unter der Rubrik Vorschläge beziehungsweise Kritikpunkte häufig angegeben. Für Höppner ein Indiz dafür, wie die ortsdurchführende Bundesstraße als Belastung empfunden werde. Ebenso fordern viele Bewohner, dass Bauruinen beseitigt werden. Aber dies liegt ebenso wie der Bau der Umgehung nicht in der Entscheidung des Ortschaftsrates. Des Weiteren ist Ordnung und Sauberkeit ein wichtiges Thema. So werde die Pflege von Grünflächen durch die Kommune ebenso angesprochen, wie das Pflegen privater Grundstücke durch die Bewohner.

Angesprochen werden auch die Veranstaltungen im Dorf. Das Gros der Veranstaltungen, zum Beispiel Osterfeuer oder Pfingtbaumaufstellen sollen beibehalten werden. Größere Differenzen gibt es bei der Einschätzung zum Neujahrsempfang und zur Gruselnacht. Als Hinweis zum Neujahrsempfang ging ein, dass ein „normaler“ Jahresrückblick mit Kaffee, Kuchen und Ehrungen genügen würde. Bei der Gruselnacht spricht sich zwar die Mehrheit dafür aus, diese beizubehalten. Allerdings werde kritisiert, dass die Nutzen-Aufwand-Rechnung wohl nicht aufgehe und dass diese Veranstaltung nicht kindgerecht sei. Der Ortschaftsrat wird nun eine Zusammenfassung der Auswertung vorbereiten und als Rückmeldung an die Haushalte verschicken, so Höppner.