Gardelegen l Das Internet wird von lokalen Einzelhändlern oft als harte Konkurrenz empfunden. Aber nun zeigen 22 Geschäftsinhaber aus der Altmark, dass man auch direkt vor der Haustür per Mausklick einkaufen kann. Das „Rolandsprojekt“, eine Initiative der Hochschule Magdeburg-Stendal, will lokale und regionale Angebote im Netz sichtbar machen und Käufer und Gewerbetreibende zusammenbringen. 2018 startete das Projekt in Stendal, jetzt ging es mit einer kleinen Feierstunde im Gardeleger Geschäft „Mit Genuss“ in die „aktive Phase“.

Mit einem symbolischen Druck auf den roten Knopf gaben Geschäftsinhaberin Wilma Rolletschek, Projektleiter Prof. Volker Wiedemer, der technische Betreuer Paul Osterburg sowie Verena Schlüsselburg, die Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe „Mittlere Altmark", und der Stendaler Landrat Carsten Wulfänger die Internetseite frei.

21 neue Interessenten

Unter www.halloaltmark.de finden Kunden, die gern regional einkaufen und sich informieren möchten, 22 Geschäfte aus der Altmark, darunter vier aus Gardelegen, 13 aus Stendal, zwei aus Tangermünde und drei aus Salzwedel. Ein weiterer Interessent aus Gardelegen habe sich bereits gemeldet, außerdem gebe es aus Seehausen schon 20 Händler, die gern mitmachen würden, so Wiedemer. Das Portal solle „ein Stück Heimat in dieser heimatlosen Online-Welt“ sein.

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„Es wird eine lebendige Plattform sein, sie wird weiter wachsen. Und die Attraktivität wird steigen mit der Zahl der Händler“, sagte er. Besonders förderlich für das Projekt sei gewesen, dass hier eine Hochschule und kein kommerzielles Unternehmen dahinter gestanden habe. So konnte man Fördergelder erhalten, es habe auch viel Zuspruch von Händlern und Kunden gegeben, und den Machern des Rolandsportals sei starkes Vertrauen entgegengebracht worden. Es gebe in der Bevölkerung eine große Identifikation mit der Region Altmark – „und Regionalität ist ein Trend“, stellte er fest.

„Ich bin ein Fan der ersten Stunde“, betonte Wilma Rolletschek, die bereits die Entstehung des Portals in Stendal aufmerksam verfolgt hatte. „Wenn die Stendaler nicht wollen – wir wollen“, habe sie sich im vergangenen Jahr gesagt. „Nehmt uns mit ins Boot, das ist eine Riesenchance.“ Sie hob vor allem die Bedeutung des Infoportals für Touristen hervor, die in Gardelegen ein bestimmtes Angebot suchten.

Entstanden aus Bachelorarbeit

Das Projekt entstand aus einer Bachelorarbeit an der Hochschule Magdeburg-Stendal heraus. Da es mit Fördermitteln finanziert wurde, ist die Teilnahme für die Gewerbetreibenden bislang kostenlos. Sie erhalten professionelle Fotografien und eine eigene Unterseite, auf der sie ihr Geschäft und ihre Angebote darstellen können. Es gibt Kontaktmöglichkeiten, Adressen und Öffnungszeiten sind angezeigt, und Kunden können Angebote reservieren. Wiedemer könnte sich vorstellen, künftig auch eine Möglichkeit für Terminplanung – beispielsweise für Ärzte, Veranstaltungen oder Restaurants – anzubieten.

Erst wenn die Förderung ausläuft und Paul Osterburg, der das Portal programmiert hat, sich mit der Geschäftsidee selbstständig machen will, fällt ein Beitrag von 20 bis 30 Euro an, wie er auf einer Präsentation vor Gardeleger Geschäftsleuten erklärte.