Gardelegen l Stefan Korneck erhielt im Gardelegener Schützenhaus die Gläserne Weltkugel, die alljährlich vom Verein Deutscher Ingenieure (VDI), Magdeburger Bezirksverein, verliehen wird. Der Bezirksgruppen-Vorsitzende Peter Timme überreichte diese Auszeichnung. Stefan Korneck ist Geschäftsführer der scm energy GmbH aus Pretzier. Alternative Energie stehe auf der Agenda des Unternehmens.

Energie stand auch im Mittelpunkt des diesjährigen VDI-Symposiums, das bereits zum 24. Mal in Gardelegen ausgetragen wurde. Unter dem Titel „100 Jahre Energieversorgung in der Altmark“ ging es diesmal um Energiewirtschaft und Umwelt. Einen Rückblick zu den Wurzeln der Energieversorgung in der Altmark gab Axel Bünsche, Leiter der Region Nord der Avacon Netz GmbH, der den Rahmenvortrag „100 Jahre Energieversorgung in der Altmark“ hielt.

Postkarte vom Kraftwerk

Am 4. November 1908 wurde die Elektrizitätsgenossenschaft durch Landwirte und Gewerbetreibende der Kreise Gardelegen und Stendal im Schützenhaus Gardelegen gegründet. 1910 erfolgte die Grundsteinlegung für das Steinkohlekraftwerk Gardelegen. Bereits 1911 konnte es in Betrieb genommen werden. 56 Ortschaften wurden mit Elektrizität versorgt. Die Steinkohle dafür wurde aus dem Ruhrgebiet geliefert. 1918 erfolgte der Anschluss an die Landelektrizitäts GmbH und 1922 der Fremdbezug von der Energieversorgung Sachsen-Anhalt AG (ESAG). In den Vorjahren entstand auch das Kraftwerk Zschornewitz, das zu den ältesten Kraftwerken Deutschlands zählt. Bünsche zeigte in seinem Vortrag auch eine Ansichtskarte von diesem Kraftwerk. Diese zeige, welche Akzeptanz Kraftwerke zur damaligen Zeit hatten. „Mir ist jedenfalls keine Postkarte bekannt, auf der heute ein Atomkraftwerk abgebildet ist“, fügte er an.

Die ESAG endete 1946 nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) durch Umwandlung zum Volkseigentum. Die Kraftwerke, Schalt- und Umspannwerke wurden Volkseigenen Betrieben zugeordnet. Zugleich kam es zu Verlusten der Bezugsmöglichkeiten von Steinkohle. Durch Reparationen an die Sowjetunion kam es zudem zu Einbrüche der Erzeugungs- und Übertragungskapazitäten. Wie Bünsche recherchierte, betrugen diese 40,7 Prozent. 1954 wurden die ostdeutschen Hochspannungsnetze von denen in Westdeutschland getrennt. Die Ölkrise 1973 ging zu großen Teilen mit einer Rückumstellung der Kraftwerke auf Braunkohle einher, wie Bünsche zurückblickte.