Kunrau l Der Altmarkkreis Salzwedel – eine Erfolgsgeschichte. Erzählt wurde sie am Freitag von Landrat Michael Ziche. Und weil der nun mal ein Zahlenmensch ist, hatte er auch viele davon mitgebracht. Wer genau zuhörte, konnte von ihnen indes nur beeindruckt sein. Denn die Bilanz nach einem Vierteljahrhundert darf sich sehen lassen.

Die Zahlen des Altmarkkreises sind nämlich nicht nur schwarz; die rund 84 500 Einwohner auf 2300 Quadratkilometern in 6 Einheits- oder Verbandsgemeinden können auch wirklich stolz sein auf vieles, was in den vergangenen 25 Jahren erreicht wurde. Ziche verwies zum Beispiel auf den um 50 Prozent verringerten Schuldenberg, auf rund 27 000 Arbeitsplätze, unter anderem in rund 1300 Handwerksbetrieben, oder erinnerte an das um 21 Prozent gestiegene Bruttoinlandsprodukt.

Und weil sich eben nicht alles beziffern lässt, gab‘s für die Erfolge auch noch die Buchstaben dazu – von A, wie moderne Abfallwirtschaft, über B wie Breitbandausbau, der in den vergangenen Monaten mit dem Zweckverband Altmark gut vorankommt, über K wie die immer noch kommunalen Krankenhäuser oder wie Kinderbetreuung, die in fast 100 Einrichtungen gut abgesichert ist und nicht zuletzt einen Ausblick auf Z wie Zukunft, vor der in der westlichen Altmark niemand Angst haben müsse, „weil es sich hier im Altmarkkreis Salzwedel gut leben lässt“, wie Ziche versicherte.

Sein Fazit: Auch wenn der Angleichungsprozess zwischen Ost und West noch lange nicht vollzogen sei, gebe es auch in einer ländlichen Region viele Vorteile, „die wir weiter nach vorn stellen sollten.“ Nach vorn stellen durften sich im Festsaal von Schloss Kunrau schließlich auch etliche Mitglieder des Kreistages. Und zwar all jene, die bereits seit der Gründung des Altmarkkreises im Gremium mitgearbeitet hatten. Mit Blumen und einen kleinen Präsent bedankte sich Ziche auch im Namen seiner Verwaltungsmitarbeiter bei jedem von ihnen für die „von gegenseitigem Respekt und Vertrauen geprägte“ Zusammenarbeit.

Daran, dass die längst nicht in jedem Landkreis so selbstverständlich ist, hatte zuvor Jürgen Barth als Sprecher für die SPD-Fraktion im Kreistag erinnert. Er lobte vor allem die „konstruktive Sachpolitik“ und verwies ebenfalls noch einmal auf deren Erfolge, ebenso wie sein Kollege Matthias Mann. Mann als Sprecher und langjähriger Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag erinnerte aber auch an die ständig zunehmende Verwaltungsarbeit und kritisierte „Dekadenz, Populismus, Hass und Hetze“, und die gestiegene Anspruchshaltung der Menschen in den vergangenen Jahren. „Jeder Wunsch, wenn er erfüllt, kriegt augenblicklich Junge“, so Mann.

Während die Fraktion der Grünen die Chance auf einen Redebeitrag verstreichen ließ, nutzte Gabriele Gruner, als Sprecherin der Linken, das Podium, um sich als bekennenden „Rufbusfan“ zu outen – ein Kompliment für das besondere Projekt, das der Altmarkkreis im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs in der dünnbesiedelten Region auf die Beine gestellt hatte. Gruner appellierte aber auch noch einmal an das „Zwischenmenschliche“, das die Mitglieder des Kreistages nicht aus den Augen verlieren sollten.

Dank an Heinrich Schmauch

Für ein gutes zwischenmenschliches Miteinander hatte als Kreistagspräsident seit 1994 der Beetzendorfer Heinrich Schmauch gesorgt. Zum Jubiläum konnte er aus persönlichen Gründen nicht dabei sein. Würdig vertreten wurde er von seinem Vize Konrad Fuchs, der die Gäste am Freitag in seinem Namen zur „Sondersitzung“ begrüßte und Schmauch einen Gruß aller Kreistagsmitglieder sandte.

Und ein paar Zahlen hatte auch Fuchs dann noch dabei. Er erinnerte nämlich an die längste Kreistagssitzung in 25 Jahren, die stramme dreieinhalb Stunden dauerte, und an die kürzeste von nur 20 Minuten. Und es gab ein Lob von Fuchs für Landrat Michael Ziche, und zwar auch für eine Zahl. Denn Ziche habe seine Redezeit von 25 Minuten exakt eingehalten, freute sich Fuchs. Schließlich sollte nach der Sitzung das erste länderübergreifende Drömlingsfest rund ums Schloss Kunrau noch offiziell von Ziche eröffnet werden.