Schenkenhorst

Keiner muss mehr frieren: Neue Sitzkissen in der Schenkenhorster Kirche sorgen für wohlige Wärme

Noch mag niemand daran denken, aber der Winter wird auch 2021 wieder kommen. Dafür gerüstet ist jetzt die Kirche in Schenkenhorst. Eine hochmoderne Sitzheizung wird künftig Wärme spenden.

Von Stefanie Brandt
Die Kirchenbänke in Schenkenhorst werden künftig für wohlige Wärme bei Konzerten in der kalten Jahreszeit sorgen. Henrich Dröge, Anke Rother und Jacqueline Jelinski (von links) nahmen sie schon in Begutachtung.
Die Kirchenbänke in Schenkenhorst werden künftig für wohlige Wärme bei Konzerten in der kalten Jahreszeit sorgen. Henrich Dröge, Anke Rother und Jacqueline Jelinski (von links) nahmen sie schon in Begutachtung. Stefanie Brandt

Schenkenhorst - Hübsch sehen sie aus, die neuen Sitzkissen auf den Bänken der Schenkenhorster Kirche. Im Polster, das in einem schönen Taubenblau, passend zur Deko in der Kirche, gehalten ist, versteckt sich der besondere Clou: In den Kissen ist eine Heizung. Diese wärmt aber tatsächlich nur, wenn jemand darauf sitzt. „Sobald die Besucher aufstehen, kühlt die Oberfläche etwas ab, steigt jedoch unmittelbar nach dem Setzen rasch wieder an“, heißt es im Katalog des Herstellers. Bei Konzerten, bei denen die Besucher durchgehend sitzen, soll sogar eine Heizleistung von zehn Prozent ausreichen, da die Körpertemperatur dem Heizpolster entgegen wirkt. Für eine Kirche mit Orgel sei diese Art zu heizen die beste, da die Orgeln Temperaturschwankungen nicht gut vertragen.

Moderne Standards erfüllen

„Wir haben hier viele Konzerte, und im Winter ist es kalt in der Kirche. Der Standard heutzutage ist doch etwas höher“, begründet Anke Rother vom Gemeindekirchenrat, warum sie und ihr Team um Jacqueline Jelinski, Henrich Dröge, Uta Knackert, Klaus-Dieter Krüger und Manfred Ophoff sich vor zwei Jahren Gedanken um eine Heizung gemacht haben.

Nachdem die Idee geboren war, begann das Werben um Sponsoren. Finanziert wird die Heizung nun dank Spenden der Volksbank Gardelegen, Sparkasse Altmark West sowie aus Mitteln des Baulastfonds des Kirchenkreises Salzwedel. Vor allem auch dank der eigenen Gemeinde und Spenden aus dem Ort konnte das Projekt umgesetzt werden.

Geliefert wurde die Heizung bereits am 11. Mai, angeschlossen sind die Kissen aber noch nicht – bei den aktuellen Temperaturen eilt es ja nicht. Beim nächsten Konzert in der Kirche – am 19. Juli tritt Familie Lenz auf, die vierfüßig und vierhändig auf der Orgel spielt,– können Besucher die schmucken Kissen in Augenschein nehmen.

Nachhaltige Anschaffung

Diese überzeugen nicht nur optisch. Die Heizkosten sollen bei rund einem Euro pro Gottesdienst liegen. Der Hersteller gibt Betriebskosten von nur 0,72 Euro pro Heizstunde in einer Kirche mit 200 Sitzplätzen an. Außerdem sind sie aus Recyclingmaterial hergestellt. Die Neuerung steht also ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Es ist nicht die erste Verbesserung, die die Schenkenhorster für ihre Kirche erreicht haben. In der Projektbeschreibung, in der sie für ihre Idee warben, erwähnen sie auch die Erneuerung der Fenster und die Restaurierung der Troch-Orgel. Auch ein Orgamat, ein Gerät, das die Orgel bespielt, wurde erworben. Die Wiederherstellung des barocken Geläutes stellt einen weiteren Schritt im Zuge der Restaurierungsarbeiten dar. Im März 2018 wurde die neue Bronzeglocke im Rahmen eines Festgottesdienstes geweiht und erhielt den Namen „Soli Deo Gloria“ (Gott allein die Ehre).

Wann die neue Sitzheizung erstmals angeheizt wird, ist noch offen. Es soll aber in einem feierlichen Rahmen geschehen. Und auch die Männer im Ort, die sich schon Sorgen um einen zu warmen Po machen, beruhigt Jacqueline Jelinski: „Das ist eine Einstellungsfrage.“