Gardelegen l Land in Sicht – unter diesem Motto steht eine bundesweit gestartete Facharztoffensive der Altmark-Klinikum GmbH und des Trägers des Klinikums, der Altmark Salus Holding gGmbH. Drei neue Stellenausschreibungen sind aktuell auf der Homepage des Klinikums zu finden: ein Chefarzt für Kinder- und Jugendmedizin für Gardelegen und Salzwedel, sowie einen Pädiater und einen Oberarzt für Gardelegen.

Auf diesen Part wird sich die Altmark Holding im Rahmen des gestern ins Leben gerufenen Aktionsbündnis für Kindergesundheit konzentrieren, informierte Salus-Geschäftsführer Hans-Joachim Fietz-Mahlow bei der Unterzeichnung eines „Konsenspapieres“ im Saal des Gardelegener Rathauses. Neben Fietz-Mahlow gehörten auch die Vorsitzende des Fördervereines der Kinderklinik, Christine Schulze, Landrat Michael Ziche, Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Schumacher und Sandra Hietel, Vorsitzende des städtischen Sozialausschusses, zu den Unterzeichnern.

Versorgung sichern

Es sei erklärter Wille der Partner des Aktionsbündnisses, auch künftig eine stationäre medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen im Krankenhaus Gardelegen zu sichern, betonte Fietz-Mahlow, aber unter einer Führung beider Kinderstationen in Gardelegen und Salzwedel.

Neben einer leistungsfähigen stationären und ambulanten Akutversorgung will sich das Aktionsbündnis auch der Gesundheitsaufklärung und -prävention widmen. Das Programm soll Kinder und Jugendliche in Kitas, Schulen, Vereinen und Familien erreichen. „Wir wollen das Thema Gesundheit ganzheitlich aufgreifen“, betonte Fietz-Mahlow, auch unter sozialmedizinischen und pädagogischen Konzepten. Die „offene Diskussion in den vergangenen Monaten hat gezeigt, dass wir ein gemeinsames Ziel haben“.

Eltern und Vertreter vereint

Das Aktionsbündnis sei ein „super Ergebnis“, sagte Fördervereinsvorsitzende Christine Schulze, „unsere harte Arbeit, unsere Hartnäckigkeit haben sich gelohnt. Wir werden kämpfen, das bestmögliche für Gardelegen herauszuholen“, denn der Verein sehe sich als Vertreter aller Eltern und des Personals der Klinik.

Das Aktionsbündnis sei Grundlage für eine „zukunftsfähige umfassende medizinische Versorgung unserer Kleinen“, begrüßte auch Sandra Hietel das neue Projekt, und weiter: „Wir suchen nun neben den Gardelehrern auch den Gardearzt.“ Denn Gardelegen biete optimale Bedingungen, was die Infrastruktur, wie Bauplätze und Kindereinrichtungen, betreffe.

Und genau das sei ganz wichtig, betonte Birgit Riehs, Pflegedirektorin im Altmark-Klinikum. „Wir helfen jetzt schon bei der Wohnraumvermittlung“, so Riehs, denn der Fachkräftemangel – vor allem auch im Pflegebereich – sei enorm. Es werde also Hilfe gebraucht, wenn es um Wohnung, Bauplätze und Kinderbetreuung, auch Langzeitbetreuung für Schichtdienstler, geht.

Rundum-Sorglospaket

Und das sei der Part der Stadt Gardelegen im Aktionsbündnis. „Da helfen wir gern. Wir werden zunehmend das Rundum-Sorglospaket anbieten müssen und wollen“, versicherte Bürgermeisterin Mandy Schumacher.

 

Für den Landkreis sei das neue Aktionsbündnis ein wichtiger Baustein für das Kindeswohl, betonte Landrat Michael Ziche. Aber wichtig sei es, Fachkräfte zu finden, um die ambulante Versorgung an beiden Standorten zu sichern. „Wir werden an Grenzen stoßen, wenn wir keine Pädiater finden“, stellte Ziche klar. Aber je mehr „mit im Boot sitzen und rudern, umso besser“ könne das Ziel erreicht werden.

„Und es ist auch wichtig, dass wir nach außen hin gemeinsam auftreten, dass alle an einem Strang ziehen und jeder sehen kann, in welche Richtung der Strang geht“, machte Schumacher deutlich. „Wir wollen gemeinsam ein positives Klima schaffen. Wir wollen Fachleute gewinnen, die hier arbeiten und auch hier leben wollen“, betonte Fietz-Mahlow. Er selbst sei auch Zugereister und habe erst auf dem zweiten Blick bemerkt, wie schön die Altmark sei. Deshalb müsse man den Leuten auch die Chance geben, einen zweiten Blick zu ermöglichen.

Land in Sicht

Nicht zuletzt auch deshalb heißt es in der Stellenausschreibung Land in Sicht: „Genießen Sie gemeinsam mit Ihrer Familie die besondere Lebensqualität in der Altmark, wo nicht nur beruflich reizvolles Land in Sicht ist.“ Und weiter: „Kinder- und Jugendgesundheit liegt uns sehr am Herzen. So sehr, dass wir eigens dafür ein Aktionsbündnis ins Leben gerufen haben.“

„Die Vision, dass unsere Heimat der gesündeste Landstrich Deutschlands wird“, brauche aber die Hilfe vieler Menschen, rief Schumacher zum Mitmachen auf.

Das Aktionsbündnis mit gemeinsamer Außenwirkung ist das Ergebnis zahlreicher Proteste und Diskussionen, nachdem Ende Mai bekannt geworden war, dass die Salus Altmark Holding plant, im Rahmen von Umstrukturierungen die Kinderklinik in Gardelegen zu schließen. Unter anderem sollte es Spezialisierungen in den Häusern in Gardelegen und Salzwedel geben. In Gardelegen soll eine ambulante Versorgung angeboten werden und in Salzwedel eine stationäre. Hintergrund seien finanzielle und personelle Probleme. Es fehle schlichtweg medizinisches Fachpersonal (Volksstimme berichtete).