Ipse l Die Konservierung der historischen Deckenmalerei aus der Ipser Kirche, gestaltet mit aufwändigen Ornamenten, ist abgeschlossen. Seit Montag voriger Woche arbeiten die Studentinnen Marie Harmsen, Juliane Brand und Nina Piolka, die an der Hochschule für Bildende Künste Dresden den Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Bildwerken und Raumausstattungen absolvieren, in Ipse. Betreut von Diplom-Restauratorin Helma Konstanze Groll aus Ipse konservieren sie nicht nur die Bretter, sondern erarbeiten im Rahmen einer zweiwöchigen Sommerschule im Ort auch ein Konzept für den Wiedereinbau der restaurierten Deckenbretter.

Präsentation am 10. September

In den kommenden Tagen ermitteln und dokumentieren sie schadhaften Stellen. Zudem erarbeiten sie Entwürfe, wie die Decke wieder aufgebaut werden könnte. Wie diese dann aussehen werde, stehe noch nicht fest. „Wir werden gemeinsam mit der Denkmalpflege die Variante auswählen, die hier richtig erscheint“, sagte Groll. Entdeckt wurden die bemalten Bretter 2008 auf dem Dachboden bei Sanierungsarbeiten am Kirchturm. Ihr Zustand lässt vermuten, dass es Wasserschäden an der Decke gab, „umsonst baute man ja eine Decke nicht aus“, vermutet Groll. Der Ausbau wird wahrscheinlich im 19. Jahrhundert erfolgt sein. Die Decke selbst stamme vermutlich aus dem 16. Jahrhundert. „Das ist aber rein hypothetisch“, erklärte Groll.

Dendrochronologischen Untersuchungen zufolge kann der Dachstuhl auf die Jahre 1509 und 1517 datiert werden. Zu vermuten ist, so Groll, dass die Decke nach 1517 entstanden ist. Dendrochronologische Untersuchungen der Deckenbretter wurden eingeholt, eine Auswertung liege aber noch nicht vor. Zudem erscheint es ziemlich sicher, dass die Bretter erst per Schablone bemalt und dann eingebaut worden sind. Groll verwies auf Farbnasen, die heruntergelaufen sind.

Bilder

Die Sparkasse Altmark West unterstützt die Sommerschule der Studentinnen. Für den späteren Einbau der restaurierten Decke und die damit verbundenen Arbeiten an der Konstruktion des Dachstuhls sind bereits Mittel bei der Sparkassenstiftung Altmark West beantragt worden, so Groll. Während ihrer Sommerschule sind die Studentinnen privat im Ort untergebracht. Bekocht werden sie im Hause des Ipse excitare-Vereinsvorsitzenden Tilo Mottschall, einem Verein, der sich unter anderem dem Erhalt der Ipser Kirche widmet. Marie Harmsen ist von der Arbeit in Ipse begeistert: „Es ist etwas Besonderes, dass es so viele Ornamente sind.“

Die Studentinnen dokumentierten zehn verschiedenen Ornamente, die auf einer Fläche von rund 75 Quadratmetern angebracht gewesen waren. Die vorhandenen Bretter entsprechen etwa 20 Prozent der einstigen Fläche. Harmsen hatte bereits in Dresden an der Wandverkleidung des Damastzimmers im Völkerkundemuseum mitgewirkt. Eine Präsentation über die Arbeiten während der Sommerschule sowie eine Powerpointpräsentation der Entwürfe können Interessenten am Tag des offenen Denkmals, 10. September, in der Ipser Kirche ansehen. Beginn ist um 14 Uhr.