Gardelegen l Im Bauausschuss hatten Planer Lutz Pfeiffer und Architekt Matthias Schlechter die Problematik der ausgetauschten Decken in der Kita Estedt umfassend erläutert. Zur Stadtratssitzung waren die beiden nicht gekommen. Andere Termine. „Sie sind unsere Planer, aber nicht unsere Sklaven“, erinnerte Bürgermeisterin Mandy Zepig zu Beginn der Diskussion um den teuersten Tagesordnungspunkt. „Da gebe ich Ihnen recht“, betonte Ratsherr Thorsten Bombach (fraktionslos), „aber sie hätten hier sein müssen, um Fragen zu beantworten.“

Und eine lag dem Zichtauer besonders auf dem Herzen, nämlich: „War die Planung richtig?“ Daran habe er nämlich erhebliche Zweifel, so Bombach. „Ich gehe zwar davon aus, dass die Planer erfahrene Leute sind“, die Risse in der Unterdecke hätten die Experten aber genau deshalb stutzig werden lassen sollen. Um die Stabilität der Decken zu prüfen, hätte man eben „mal ein Loch machen müssen“, dann wäre der Bogen aufgefallen.“

Aufmaß im Kitabetrieb

Dem widersprach Zepig vehement: Erst nach Aufbruch des Estrichs in der darüberliegenden Etage sei das Problem erkennbar gewesen. Und da das Aufmaß damals bei laufenden Kita-Betrieb erfolgt sei, wäre eine solche Maßnahme zur Überprüfung vorher gar nicht möglich gewesen.

Bombach wollte das wiederum nicht gelten lassen: „Wenn wir bei jedem Bauvorhaben sagen: Hier sind Kinder drin, und die können wir ja nicht stören, dann wird es wohl jedesmal teurer.“ Er glaube fest daran, dass bei sorgfältiger Prüfung die Mehrkosten für die Decken, immerhin rund 95.000 Euro, hätten vermieden werden können, machte Bombach klar. „Und wenn wir das jetzt durchwinken, haben wir das Problem immer wieder.“ Er beantragte deshalb, die Mehrkosten in voller Höhe zu beschließen, in Sachen Decken allerdings einen unabhängigen Gutachter zu beauftragen, die Planung zu prüfen. Und falls sich Versäumnisse bestätigten, hätten die Planer „ja sicher auch eine Haftpflichtversicherung“, so dass auch ihnen kein finanzieller Schaden entstehe.

Die Mehrheit seiner Ratskollegen fand Bombach mit seinem Antrag indes nicht. Nur sechs stimmten für seinen Vorschlag, darunter Klaus Fehse (CDU-Fraktion). „Eine Prüfung hätte auf jeden Fall genauer erfolgen müssen“, fand auch er. Denn laut Foto sei die Decke in gleichmäßigen Abständen gerissen gewesen.

Mehrheit will keine Prüfung

23 Stadträte sahen indes keinen Prüfungsbedarf mehr. Ein Sachverständigengutachten, so hatte Zepig vorher betont, könnte sich schließlich auch als Kostenfalle herausstellen. „Es ist einfach ein altes Gebäude und da kann immer wieder was sein. Ich bin keine Expertin. Aber so viel weiß ich.“