Kloster Neuendorf l „Ich glaube, ihr ist draußen noch nicht warm genug. Sie verkriecht sich in ihr Haus.“ Felia Ganzer merkt sofort, dass die Sonnenstrahlen der afrikanischen Achatschnecke (Achatina) noch nicht ausreichen. Sie mag es wärmer. Für das Foto hält Felia die Riesenschnecke kurz draußen, dann legt sie sie wieder sachte ins Terrarium in der Kindertagesstätte „Klosterspatzen“ in Kloster Neuendorf. Dort sind momentan insgesamt zwei große Achatschnecken, fünf kleinere, die aber bald genauso groß werden, und zwei Weinbergschnecken zum Überwintern untergebracht. Die Riesenschnecken werden bis zu 30 Zentimeter groß. In die Einrichtung mitgebracht hat diese Tiere Kita-Leiterin Cindy-Yvonne Neu, die selbst in ihrer Freizeit solche Schnecken züchtet.

In der Kita kümmern sich die Mädchen und Jungen um die Achatschnecken. Aber nur wenn sie das auch möchten. „Natürlich gibt es einige Kinder, die wollen die Schnecken nicht anfassen. Das ist auch völlig in Ordnung. Anderen macht das gar nichts aus. Die nehmen die Schnecken schon mal gern auf die Hand. Jeder, wie er mag“, betont die Kita-Leiterin. Wichtig ist ihr, dass die Kinder verstehen, wie Schnecken leben, weshalb sie Fühler haben. „Wer das alles versteht, der ekelt sich meist gar nicht mir vor diesen Tieren“, macht Neu die Erfahrung.

Pflegeleicht und hypoallergen

In der Kita helfen die Kinder bei der Pflege der Achatschnecken mit. Sie füttern die Kriechtiere täglich mit Gurke, Brot, Salat und manchmal sogar mit etwas Katzentrockenfutter. Außerdem gibt es regelmäßig Sephiaschalen als Kalziumlieferant. Und einmal in der Woche geht es ab in die Badewanne oder besser gesagt ins Waschbecken bei lauwarmem Wasser. Auch dabei helfen die Mädchen und Jungen gern mit. „Die Schnecken mögen das. Sie entspannen im warmen Wasser“, schildert die Kita-Leiterin. Auch beim Säubern des Terrariums legen die Kinder gern mit Hand an.

Überhaupt seien Schnecken ideal, um sie in einer Kita zuhalten. Die Kinder lernen sich um Tiere zu kümmern, sie nicht grob anzupacken, damit das Gehäuse nicht beschädigt wird. Neu zählt weitere Vorteile auf: „Schnecken sind pflegeleicht, haben kein Fell, sind hypoallergen.“ Und vor allem können sie so versorgt werden, dass an einem Wochenende nicht extra jemand zum Füttern vorbeikommen muss. „Und während der Schließzeiten nehme ich sie einfach mit nach Hause“, so Neu

Schnecken aus der Universität

Schnecken fand Cindy-Yvonne Neu schon als Kind spannend, sammelte sie im Glas. Mit Anfang 20 sah sie schließlich einen Bericht über Achatschnecken im Fernsehen. Sie informierte sich, wandte sich an die Universität in Konstanz. Dort schrieb ein Student seine Bachelorarbeit über Achatschnecken, die in der Universität gehalten wurden. Von dort erhielt sie ihre ersten Riesenschnecken.