Letzlingen l „Spricht hier eigentlich jemand eine Fremdsprache? Englisch, Französisch?“ Er schaut in die Runde, lächelt leicht, doch so richtig regt sich niemand. „Russisch?“, fragt er. Es wird sofort gelacht.

Gefühl für sein Publikum

Der Letzlinger Satire-Autor Andreas Staeck ist einer, der auch ohne Manuskript die Lacher kassiert, er hat das Gefühl für sein Publikum. „Die Jüngeren werden mich nicht so gut verstehen“, sagt er, „wenn sie die DDR nicht miterlebt haben.“ Doch der Erfolg seiner Debütveröffentlichung „Ostdeutsche Geschichte(n)“ hat den diplomierten Ökonomen bewogen, noch mehr zu schreiben.

Seine neuesten Geschichten, in denen er über sein Leben in der DDR reflektiert, hat er  in der Gaststätte Hirschburg zum Besten gegeben – dicht gespickt mit vielen heiteren Anekdoten, streitbaren Statements, aber auch wiedervereinenden Worten.

Heimliche Monopolytreffen

So erinnert er sich etwa daran, wie er beim heimlichen Monopoly-Treffen im Harzvorland „zum spielsüchtigen Immobilienhai mutierte, um mit seinen Mieteinnahmen neben ganzen Straßenzügen auch Wasser- und Stromversorger aufzukaufen.“

Allerdings verflog alsbald auch „sein allerletzter Gedanke an eine Flucht, wenn er von einem seiner gerissenen Mitspieler mal wieder in den Bankrott getrieben wurde“. Er macht klar, dass unter allen Ganoven, die sich um den Monopoly-Tisch versammelten, „schon damals das Bankhaus der größte“ gewesen sei.

Amüsant zieht er Vergleiche zwischen Markt und Marx, erinnert an die „Nahtoderlebnisse“, die manch einer mit seinem Mifa Klappfahrrad erlebt haben mag, und witzelt über den Spitznamen „Natascha“ seiner Russischlehrerin Jutta.