Vereinsgründung in Zichtau

„Lieber gemeinsam als einsam“ - Zichtauer Verein will helfen

Von Cornelia Ahlfeld
Heike Krieg ist die Vorsitzende des neuen Vereines ?Lieber gemeinsam als einsam?.
Heike Krieg ist die Vorsitzende des neuen Vereines ?Lieber gemeinsam als einsam?. Foto: Cornelia Ahlfeld

Zichtau

Soziales Engagement soll in Zichtau einen hohen Stellenwert bekommen, nicht zuletzt auch mit Blick auf die Bewerbung des Ortes beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Denn zu den Kriterien gehört eben auch das soziale Engagement im Dorf selbst und in der Region. Und genau das hat sich der neue Zichtauer Verein „Lieber gemeinsam als einsam“ auf die Fahnen geschrieben. Gegründet bereits am 29. Mai des vorigen Jahres wurde jetzt beim Finanzamt die Anerkennung der Gemeinnützigkeit beantragt, informierte Ortsbürgermeister Lukas Kösterke in der jüngsten Sitzung des Zichtauer Ortschaftsrates. Denn die sei Voraussetzung dafür, dass der Verein auch Spenden entgegennehmen und den Spendern entsprechende Bescheinigungen ausstellen kann. Und auf Spenden sei der neue Verein angewiesen, denn die generationsübergreifenden Hilfsangebote könnten eben nur mit den Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziert werden.

Heike Krieg ist Vorsitzende

13 Mitglieder hat der Verein aktuell. Vorsitzende ist Heike Krieg aus Klötze, zweiter Vorsitzender ist Marcus Böhm vom Gutsteam. Die Finanzen hat Lukas Kösterke übernommen. Mirko Pickert hat den Posten des Schriftführers inne, und Sandra Stefani ist als Beisitzerin für das Mitgliederwesen zuständig.

„Wir arbeiten auch schon als Verein“, sagte Kösterke auf Volksstimme-Anfrage. Vorstandssitzungen hätten bereits stattgefunden. Durch die Corona-Pandemie wurde und werde auch noch weiterhin allerdings so einiges ausgebremst.

Viele Ehrenamtliche gesucht

„Wir wollen gemeinnützig mit vielen ehrenamtlichen Helfern bedürftige Kinder, einsame und ältere Menschen unterstützen“, erläuterte Kösterke das Vereinsziel. Sei es mit Sachspenden, wie Textilien, Spielzeug, Lernmaterial, oder auch mit Hilfsangeboten wie Einkaufsdienste, Behördengänge oder auch einfach nur mit Zeit für einsame Menschen für einen Plausch. Darüber hinaus will der Verein auch Tierheime unterstützen, denn auch diese Lebewesen bräuchten jede Hilfe.

Im Mittelpunkt jedoch steht die große Spendengala am 24. Dezember. Und die sei auch Ideen- und Namensgeber für die Vereinsgründung gewesen. Diese Initiative gehe auf Heike Krieg zurück. Sie organisiert seit sieben Jahren in privater Regie unter dem Motto „Lieber gemeinsam als einsam“ die Weihnachtsaktion für Heimkinder und für Tierheime. Seit drei Jahren wird sie von der Stiftung Zukunft Altmark unterstützt und konnte dort unter anderem die Räume in der Orangerie kostenfrei nutzen für die Bescherung der etwa 80 Mädchen und Jungen aus mehreren Kinderheimen der Region. Dazu gehörte nicht nur die Bescherung selbst, sondern auch ein festliches Essen – ganz so wie in normalen Familien eben auch. Dazu gab es Präsente für Senioren und Tierheimbewohner. Im vorigen Jahr konnte das coronabedingt nicht in dieser Form stattfinden. Die Bescherung fand stellvertretend im Jercheler Kinderheim sowie in Polvitz statt. Alle anderen Heime suchte sie im Nachgang persönlich auf, um die Geschenke zu überreichen.

Wichtel helfen

Finanziert wurden die Geschenke von Wichtelsponsoren. Im Laufe der Jahre hatte sich die Weihnachtsaktion immer weiter entwickelt. Es wurden mehr Kinder und mehr Heime. Mit der Vereinsgründung soll das bisher ausschließlich private Engagement von Heike Krieg auf breitere Schultern gestellt werden. Die Spendengala am Heiligen Abend soll auch der jährliche Mittelpunkt der Vereinsarbeit sein, so Kösterke.

„Die letzten Jahre haben mir gezeigt, dass man gemeinsam noch mehr für alle erreichen kann, für die Rentner, die Kinder und die Tiere“, erläuterte Heike Krieg, die die gute Zusammenarbeit mit den Zichtauern und deren Bürgermeister lobt. Gerade für die älteren Menschen wolle sie gern noch mehr tun. Für das Jahr 2021 hat sie ein großes Ziel vor Augen: „Sofern es Corona erlaubt, würde ich sehr gern ein großes Sommerfest veranstalten, bei dem wir alle gemeinsam feiern.“