Corona

Maskenmüll: Warum der Schutz nicht in den gelben Sack gehört

Seit einem Jahr gilt die Mund-Nasen-Schutz-Pflicht. Doch wie werden die Masken korrekt entsorgt? Nicht in den gelben Säcken, betont die zuständige Entsorgungsfirma.

Von Cornelia Ahlfeld
Wohin mit den gebrauchten Masken? Sie gehören in die Restmülltonne und nicht in die gelben Säcke. Darauf hat auf Volksstimme-Anfrage die zuständige Entsorgungsfirma hingewiesen.
Wohin mit den gebrauchten Masken? Sie gehören in die Restmülltonne und nicht in die gelben Säcke. Darauf hat auf Volksstimme-Anfrage die zuständige Entsorgungsfirma hingewiesen. Foto: Cornelia Ahlfeld

Gardelegen - Corona und Masken – beides hängt untrennbar zusammen. Erst waren es – mangels bezahlbarer Angebote – die selbstgenähten, die allerorts die Runde machten. Dann reichten die nicht mehr aus. FFP-2-Masken oder medizinische Masken waren angesagt. Jetzt sind es wieder die einfachen Vliesstoffmasken, die man sich aus der Hosentasche oder Handtasche fingert oder vom Autospiegel hangelt und nach Gebrauch wieder zurücksteckt oder zurückhängt. Ob das nun alles hygienisch einwandfrei ist, sei mal dahin gestellt. Was aber passiert mit den Masken, wenn schon zu viel Make-up auf der Innenseite klebt? Wie werden die Mund-Nasen-Bedeckungen richtig entsorgt?

Problem im gelben Sack

Offenbar ist es für viele Menschen der gelbe Sack als letzter Platz in der Haushaltskette für Masken. „Das Problem mit den Masken haben wir auch im Altmarkkreis Salzwedel“, bestätigt Norman Mattke, Geschäftsführer des Recyclinghofes Farsleben, auf Volksstimme-Anfrage. Das Unternehmen ist seit Jahresbeginn für die Entsorgung der gelben Säcke im Kreisgebiet zuständig.

Viele würden denken, dass die Masken in den gelben Sack gehören. Tatsächlich handele es sich aber um Restmüll. Der Mund-Nasen-Schutz gehöre also in die Restmülltonne, um dann thermisch weiter verwertet zu werden.

Auch Windeln werden falsch entsorgt

Zahlenmäßig lasse sich das im Detail nicht ausdrücken, so Mattke. Denn immerhin würden die Säcke für Leichtverpackungen von etwa 26 000 Haushalten im Altmarkkreis entsorgt. Aber sie seien eben gut sichtbar, die Masken in den gelben Säcken. „Grundsätzlich gehört alles, was mit Hygieneartikeln zu tun hat, nicht in einen gelben Sack“, stellt Mattke klar. Allerdings seien es eben bei Weitem nicht nur Masken allein, sondern auch Feuchttücher oder Windeln, die auf diese Weise entsorgt würden. Da fänden sich auch Dinge in den gelben Säcken wieder wie zersägte Gartenstühle, Kinderspielzeug, 500 Kugelschreiber, Kunststoffradios oder zerschnittene Wassereimer, ebenso Silofolie oder Gartenschläuche.

„In den gelben Sack gehören ausschließlich Verkaufsverpackungen. Es gibt da eine ganz einfache Regel, die ich bei entsprechenden Anfragen immer wieder vorbringe: Alles, was ich aus dem Laden heraustrage, gehört hinterher in den gelben Sack, die Verpackungen natürlich“, betont Mattke. Sofern die Verpackungen nicht aus Papier, Glas, Holz oder Keramik sind.

Unverständlicherweise würden auch viele Masken einfach so in der freien Natur entsorgt. Sie seien zu finden auf Wegen, Parkplätzen, an Einkaufsmärkten.

Doch wie kommen die Masken wieder aus den gelben Säcken? Die Mitarbeiter der Entsorgungsfirma hätten keinen Kontakt mehr mit den Inhalten der gelben Säcke. Es wird nicht mehr, wie noch vor 10, 15 Jahren, händisch sortiert. „Heute gibt es große Sortieranlagen, wo die Inhalte hingeliefert werden, wie in Braunschweig oder Ruppin“, erzählt Mattke. Die Anlage in Ruppin etwa sei schon beeindruckend dahingehend, was technologisch heute alles so machbarsei.

Ein Magnet siebt den Müll

Der Müll in den unterschiedlichen Arten werde mit Magneten herausgesiebt, sortiert und getrennt. Der Mensch sei quasi nur noch für die Technikwartung zuständig. „Alles das, was nicht klar zugeordnet werden kann, bleibt als Restmüll übrig. Und das sind so zwischen 10 und 20 Prozent. Das Material wird dann thermisch verwertet. Und nach meiner Kenntnis ist da auch der größte Teil der Masken aus den gelben Säcken mit dabei“, erläutert Mattke.

„Einmalmasken und auch -handschuhe sind kein Verpackungsmüll und gehören schon deshalb nicht in den gelben Sack, genauso wenig gehören Vliesmasken ins Altpapier“, betont auch Gabriele May vom Abfallmanagement der Deponie GmbH des Altmarkkreises Salzwedel mit Sitz in Gardelegen.

Endstation Mikroplastik

FFP-2-Masken beispielsweise bestünden aus synthetischen Fasern, und die würden sich in der Natur nicht vollständig zersetzen. Wenn die Masken nicht als Restmüll verbrannt würden, dann würden sie früher oder später als Mikroplastik in unseren Gewässern landen.

„Sämtliche Corona-Schutzmasken sollen also unbedingt im Restmüll entsorgt werden“, so May, denn auch wenn man keine Corona-Infektion hat, würden Masken Keime aufnehmen. Die Verbrennung des Restmülls sei also der sicherste Entsorgungsweg für den Mund-Nasen-Schutz.