Gardelegen l Die Gardelegener Wohnungsgenossenschaft bewirtschaftet aktuell 502 Wohnungen. Die Durchschnittsmiete liegt bei 4,91 Euro pro Quadratmeter (Kalt). 7,9 Prozent des Wohnungsbestandes sind derzeit nicht vermietet. Zu den Wohnungen kommen noch 77 Garagen und 154 Stellplätze. Um für die Zukunft gewappnet zu sein, setze die WGG auf mehrere Schienen, betonte der geschäftsführende Vorstand der WGG, Henri Schulz, im Volksstimme-Gespräch.

Zum einen ist es die Komplett-Sanierung von Wohnblöcken mit Änderung der Wohnungszuschnitte. Zum anderen ist es die Reduzierung des Bestandes, denn aus seiner Sicht gebe es in Gardelegen insgesamt einen Überhang an Mietwohnungen, so Schulz. So sei ein Rückbau bei den Wohnblöcken in der Straße der Befreiung 2-8, 10-16 und 15-23 geplant. Die Blöcke haben derzeit fünf Etagen. Nach dem Rückbau werden es noch drei Etagen sein. Einen Termin dafür gebe es allerdings noch nicht, so Schulz. Komplett abgerissen wird auch der Block an der Isenschnibber Straße 21-27. Der Abriss soll im Januar 2020 beginnen.

Baupreise bestimmen Mieten

Die Genossenschaft werde zudem auf neue Angebote setzen, wie altersgerechtes Wohnen mit der Möglichkeit, einen Pflegedienst in Anspruch zu nehmen. „Wir wollen die Wohnungsbestände so ausrüsten, dass die Mieter sich wohlfühlen und lange in ihren Wohnungen bleiben können“, so Schulz. Das neue Konzept könnte beispielsweise in der Stendaler Straße 91-93 umgesetzt werden. Vor kurzem sei der letzte Mieter dort ausgezogen. Der Block stehe komplett leer. „Wir werden den jetzt erst einmal vom Netz nehmen“, kündigte Schulz an. Mit einem Pflegedienstleister habe er schon vorab gesprochen. „Das Konzept ist aber noch offen“, so Schulz, aber die bereits für den Block erarbeitete Vorplanung werde „komplett über den Haufen geworfen“. Eine Umsetzung sei frühestens 2023 realistisch.

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Ein weiteres, großes Thema werden künftig die Mieten sein. In den Ballungsgebieten würden die Mieten rasant steigen. Dort sei es eine Frage des Marktes, denn es gebe nicht genügend Wohnraum. In den ländlichen Regionen werden es dagegen die Baupreise bei Sanierungsprojekten sein, die Einfluss auf die Mieten haben werden. „Bei uns werden sich die Mieten nach den Baupreisen richten müssen“, so Schulz. Ein Beispiel: Für die Komplett-Sanierung der Blöcke in der Immanuel-Kant-Straße 3 und 4 sowie in der Bertolt-Brecht-Straße 5 bis 8 – im letztgenannten Eingang werden die Arbeiten am 1. Juli abgeschlossen sein – habe die WGG insgesamt 1,4 Millionen investiert. Beim nächsten Projekt in der Bertolt-Brecht-Straße 3 und 4 gehe die WGG in der Vorplanung von 770 000 Euro aus. Dabei handele es sich nicht um eine komplette Sanierung, denn in den 18 Wohnungen selbst sei in den vergangenen Jahren schon einiges modernisiert worden.

 Als Vermieter dürfe die WGG 20 Prozent der Sanierungskosten auf die Mieten umlegen. Im Fall der Brecht-Straße 3 und 4 würden die Mieten dann von 4,20 Euro pro Quadratmeter auf etwa 5,40 Euro steigen. Hintergrund aller Überlegungen sei die demografische Entwicklung. „Wir haben allein in den letzten fünf Jahren einen Rückgang von 1000 Einwohnern zu verzeichnen. Das ist für uns ein Aufhänger, in die Zukunft zu planen, damit wir unseren Mitgliedern und der Stadt Gardelegen weiter bezahlbaren, guten Wohnraum bieten können“, betonte Schulz.