Kloster Neuendorf l Erinnern sich die Kloster Neuendorfer an das Jahr 2018, dann denken sie vor allem an die Sanierung der ortsdurchführenden B 188. Kein anderes Thema hat die Gemüter im Ort dermaßen erhitzt.

Klar, dass dieses Thema beim Neujahrsempfang, zu dem Ortsbürgermeister Andres Höppner gemeinsam mit dem Ortschaftsrat und dem Förderverein am Sonnabendnachmittag ins Gemeindehaus einlud, nicht außen vor blieb. Sogar ein Kabarettspiel wurde dazu aufgeführt. Fritze (Ingo Adolph) und Kalle (Andreas Höppner) von der Straßenbaufirma „Niemals ganz glatt“ berichteten von ihren Erfahrungen während der Bauphase im Ort. Mit gelben Gummistiefeln, Bauarbeiterhelm und Reflektorenjacke kamen sie auf die von Baustellenschildern, Warnbaken und Schippen umsäumte Bühne. „Eh Fritze, machst Du immer noch Pause oder schon wieder?“, eröffnete Kalle das Spiel und brachte seinem Arbeitskollegen die Stullendose, die dessen Mutter gerade vorbeigebracht hatte. Während der Pause lasen sie in der Blöd-Zeitung, was gerade so in der Welt passiert. „Tumulte in Kloster Neuendorf“ lautete eine Schlagzeile.

Klosteraner Schlagzeilen in der Blöd-Zeitung

Bei ihrem Sketch gingen Andreas Höppner und Ingo Adolph auf die Themen im Dorf im vergangenen Jahr ein. So lautete eine weitere Schlagzeile der Blöd-Zeitung: „Hundekot aus Parkanlage geklaut – Polizei bittet um Hinweise“. Insiderwissen war auch bei der folgenden Meldung gefragt. Da hieß es, dass seit der jüngsten Klosteraner Gruselnacht die Kinder wieder bei Mutti im Bett schlafen. „Ach, deshalb gibt es so wenige Geburten im Dorf“, schlussfolgerte Fritze. Und er entdeckte auch gleich die nächste Meldung. Darin hieß es, dass sich die Klosteraner wieder Brieftauben anschaffen wollen, weil das Internet so langsam ist.

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Ein heranfahrendes Auto war zu hören. „Da will schon wieder einer durch die Baustelle“, ärgerte sich Kalle. Das heranrasende Fahrzeug war zu hören, dann quietschende Reifen und eine Karambolage. Dann plötzlich Ruhe. Unbeeindruckt dessen frühstückten Kalle und Fritze einfach weiter.

„Du Fritze, wir haben beide schon die ganze Republik umgebuddelt. Aber hast du schon so etwas erlebt, wie hier in Kloster Neuendorf?“ Kopfschütteln. Und wieder das Geräusch eines Autos – Rumms, Blechschaden! Ein Anruf bei Harry klärte auf, was passiert war. Nachdem das Fahrzeug „mit SDL-Kennzeichen“ in die Baustelle raste und im Unterbau landete, kippte Harry gleich die Schwarzdecke drauf. Fertig ist die Sache.

Sanierte Sanitäranlagen für die „Klosterspat

Und auch die Klosteraner seien von der großen Buddelparty begeistert. Sie vermieten jetzt für 500 Euro Spaten, mit denen die Verunfallten ihre Autos wieder aus der Baustellen ausgraben können. Und nebenbei bieten sie ihnen gegen gutes Geld Imbiss an, denn buddeln macht hungrig und durstig, berichteten die Bauarbeiter.

Das Publikum des gut besuchten Neujahrsempfang lachte sehr über die nicht ganz ernstgemeinten Schilderungen der Ereignisse während des Straßenbaus. Und auch Magnus Keys, der für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte, kam nicht umhin, dem Straßenbau ein Lied zu widmen. Zur Melodie von Henry Valentinos „Im Wagen vor mir...“ sang er nun „Im Bagger vor mir fährt ein Bauarbeiter...“

Ab nicht nur der Straßenbau beschäftigte 2018 die Klosteraner. Höppner erinnerte daran, dass das Jahr schon holprig begann: „Das Osterfeuer musste wegen der Nässe verschoben werden.“ Und nur wenige Wochen später begann die Trockenheit, die lange anhielt. Geärgert habe sich Höppner darüber, dass der Zaun am Spielplatz einfach heruntergerissen wurde. Die Stadt habe aber schnell reagiert und ihn repariert.

Thema war auch die Kita „Klosterspatzen“ im Ort. Sorge gab es, ob diese erhalten bleiben kann, wenn der Kita-Neubau in Jävenitz öffnet. „Alle beteiligten, Ortschaftsräte, Eltern, Mitarbeiter der Kita, haben sich für den Erhalt eingesetzt“, so Höppner. „Solange ich Bürgermeisterin bin, soll diese Kita erhalten bleiben“, wiederholte Höppner die Worte, die Gardelegens Bürgermeister Mandy Zepig im Rahmen der Bemühungen um die Kita sagte. Und dies sei auch Höppners Credo. Die Kita ist bereits renoviert worden, berichtete der Ortsbürgermeister. Ein neuer Fußboden wurde eingebaut. In diesem Jahr sollen die sanitären Anlagen erneuert werden.

Wählergruppe gründet sich am 20. Februar

Ein Neujahrsempfang gibt auch immer einen Ausblick auf das begonnene Jahr. So verwies Höppner auf die bevorstehende Kommunalwahl. Am 20. Februar soll eine Wählergruppe gegründet werden. Es haben schon „eine ganze Menge Klosteraner ihr Interesse gezeigt“, sagte Höppner erfreut.

Für die Arbeit des bisherigen Ortschaftsrates bedankte sich Höppner bei den Mitglieder: Viola Ernst, Sandro Pott, Peter Grzywotz und Frank Nemitz. Sie erhielten Blumen.