Zahlungsmittel

„Nur Bares ist Wahres?“

Das bargeld- und kontaktlose Zahlen - in Corona-Zeiten die empfohlene Variante beim Einkauf. Doch wird sie auch genutzt?

Gardelegen l Nur Bares ist Wahres – nach diesem Spruch wird auf dem Gardelegener Wochenmarkt verfahren. Für die Händler lohnt sich die Anschaffung eines mobilen Kartenlesegerätes nicht. „Die Kunden wissen, dass sie hier bar bezahlen müssen, da gibt es keine Probleme“, erfährt man am Stand von Fisch-Willi. Wer hungrig ist, hat mit einer EC- oder Kreditkarte auf dem Markt schlechte Karten. Das bedauert Klaus Gryska aus Gardelegen, der es in anderen Ländern anders kennengelernt hat. „In Schweden oder England ist es überhaupt kein Problem, da kann man alles mit der Karte zahlen. Das ist unheimlich bequem“, findet er.

Doch gerade die etwas ältere Fraktion liebt ihr Bargeld im Portemonnaie. Gemäß einer repräsentativen Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken wird beim Einkauf in Geschäften nach wie vor die Barzahlung präferiert. 45 Prozent geben ihr den Vorzug vor dem Bezahlen mit einer Giro- oder Kreditkarte.

Während 23 Prozent der Befragten lieber mit der Karte bezahlen, geben jeweils 16 Prozent an, beide Zahlungsmöglichkeiten entweder gleich oft zu nutzen oder die Wahl von der Höhe des Betrages abhängig zu machen. In den vergangenen Jahren hat das kontakt- und bargeldlose Bezahlen stark zugenommen.

Im Einzelhandel halten sich das Bargeld- und das bargeldlose Bezahlen offenbar die Waage. „Barzahlungen und Kartenzahlungen sind bei uns im Laden gleich“, sagte Ilona Bertsch, die im Gardelegener Lotto-Geschäft der Unternehmensgruppe Dr. Eckert tätig ist. Dabei sei es egal, um welche Summen es sich handele. „Es gibt auch Leute, die Ein-Euro-Artikel mit der Karte bezahlen“, so Bertsch.

In den großen Supermarktketten hat das bargeldlose Einkaufen in Corona-Zeiten dagegen zugenommen. „Das wird jetzt verstärkt in Anspruch genommen“, informierte Christian Salmen, Sprecher von Aldi-Nord, auf Volksstimme-Anfrage.

Seit Beginn der Pandemie werde diese Variante bei den Aldi-Kunden immer beliebter. Durch das Bezahlen mit Karte oder Handy werde auch der direkte Kontakt zwischen Kunde und Mitarbeiter, der beim Austausch von Bargeld zwangsläufig vorhanden sei, vermieden und ein gewisser Abstand gewahrt. Auch bei Lidl gibt es zunehmend bargeldlose Einkäufe. „Wir empfehlen unseren Kunden, bevorzugt mit Karte oder Smartphone zu bezahlen“, teilte Diana Zvicer-Senolan von der Pressestelle Lidl-Deutschland auf Anfrage mit. Dieser Empfehlung würden immer mehr Menschen folgen, so dass der Anteil von Kartenzahlungen in den vergangenen Monaten leicht gestiegen sei.

Bargeldloses Bezahlen sei für viele Verbraucher eine Selbstverständlichkeit geworden, hat man beispielsweise bei Kaufland festgestellt. Im Laufe der Zeit sei das Angebot entsprechend der technischen Entwicklung sowie den Erwartungen der Verbraucher ausgebaut worden. „Unsere Kunden können mit Girocard, Mastercard, Visa, American Express sowie Maestro, Vpay, GooglePay und ApplePay bargeldlos bezahlen, die Kontaktfähigkeit der Karten beziehungsweise Geräte vorausgesetzt“, sagte Alisa Götzinger von der Unternehmenskommunikation der Kaufland Stiftung & Co. KG. Seit Beginn der Corona-Pandemie würden deutlich mehr Kunden mit der Karte und somit kontaktlos bezahlen. „Grundsätzlich möchten wir aber unseren Kunden die Möglichkeit geben, so zu bezahlen, wie es für sie am bequemsten ist“, betonte Götzinger.