Kalbe l Es war perfektes Timing. Den wohl letzten lauen Sommerabend 2018 hat André Tepper, Inhaber des Kalbenser Cafés „Friedenseck“, am Donnerstag genutzt, um zu einem berührenden Open-Air-Konzert auf die Terrasse seiner Lokalität einzuladen. Berührend deshalb, weil Sängerin Lilou, die wie eine Art Zauberwesen im Schein der Kerzen agierte, mit ihrem selbstgeschriebenen Deutschpop das Publikum sofort auf ihrer Seite hatte, kaum dass das erste Lied verklungen war. Möglich gemacht hat diesen Auftritt, der für die Zuhörer kostenfrei war, die Kunstlotterie „Kunst gewinnt!“, ein preisgekröntes Format des Kalbenser Künstlerstadt-Vereins.

„Ich habe mich auf eine entsprechende Ausschreibung beworben“ erzählte Lilou, die eigentlich Louisa Halter heißt und aktuell in Essen lebt, weil sie dort studiert, am Rande ihres Konzertes. Am Vorabend war sie bereits in Gardelegen im Jugendclub aufgetreten. Und einigen der dortigen Gäste hatte es so super gefallen, dass sie nun am Folgetag auch nach Kalbe gekommen waren. Die „Friedenseck“-Terrasse war jedenfalls gut gefüllt. Und das, obwohl das Konzert wegen der Terminlage erst sehr kurzfristig bekanntgegeben worden war.

Im Nena-Vorprogramm

Lilou, die schon vor zwei Jahren im Vorprogramm von Nena auftreten durfte, besingt mit betörender Stimme das eigene Seelenleben, schürft tief und kommt dabei alles andere als abgehoben daher. Sie greift aber auch gesellschaftliche Themen auf und geht zum Beispiel musikalisch der Frage nach: „Was können wir tun, damit uns das hier nicht alles irgendwann um die Ohren fliegt?“ Ihr Erscheinungsbild wirkt dabei engelsgleich. Aber die 25-Jährige ist jemand, der ganz genau weiß, was er will: Musik machen und damit die Menschen berühren.

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In Kalbe jedenfalls, wo sie unter anderem die Songs ihrer aktuellen EP „Aber manchmal doch“ vorgestellt hat, ist ihr das voll und ganz gelungen. Und nicht nur der Gastgeber war am Ende absolut begeistert.