Gardelegen/Letzlingen l Bäume sind unverzichtbarer Bestandteil des Ökosystems der Erde. Sie sind die größten Biomassespeicher der Kontinente. Und sie gehören zu den größten Kohlenstoffsenker der Biosphäre. Laubbäume sind einfach auch schön im Laufe der Jahreszeiten. Doch im Herbst sorgen sie oftmals auch für Verdruss, wenn sie als Straßenbäume vor Wohngrundstücken stehen. Denn für die Laubentsorgung – auch im öffentlichen Bereich – sind die Anwohner zuständig. Allerdings gibt es auch Ausnahmen. Wenn es einen „extremen“ Laubanfall an Straßen und Wegen gibt, „dann muss die Stadt den Anwohnern unter die Arme greifen“, erläuterte gestern Gardelegens Bürgermeisterin Mandy Zepig im Nachgang der Stadtratssitzung am Montagabend.

Kompostierbare Säcke

Denn ein Thema der Versammlung war das Pilotprojekt Laubentsorgung. Das wurde gemeinsam mit der Deponie GmbH des Altmarkkreises 2016 für die Theerhütter Straße und die Schlossstraße in Letzlingen und für den Jägerstieg in Gardelegen gestartet. Denn diese Straßen mit ihrem Baumbewuchs seien Beispiele für einen extrem hohen Laubanfall, so Zepig. Zunächst waren es Container, die für die Laubent- sorgung zur Verfügung gestellt wurden. Das allerdings habe sich nicht bewährt. „Da brauchten wir immer jemanden, der die Container auf- und wieder abschließt“, so Zepig. Außerdem sei auch die Standortfrage ein Problem gewesen.

Im vorigen Jahr seien dann kompostierbare Säcke vergeben worden. Die konnten – mit Laub gefüllt – bei den regulären Entsorgungstouren der Biomülltonnen mit an den Straßenrand gestellt werden. „Und das hat gut funktioniert“, sagte Zepig am Montagabend im Stadtrat.

Fortzetzung des Projektes

Sie reagierte damit auf eine entsprechende Anfrage von Stadträtin Regina Lessing (gemischte Fraktion), zugleich Ortsbürgermeisterin in Letzlingen, inwieweit es eine Fortsetzung des Pilotprojektes geben wird. Der nächste Herbst sei nicht mehr wirklich weit weg. „Wir sollten die Zeit nutzen, konzeptionell etwas auf die Schippe zu legen, wie weiter verfahren werden soll“, forderte Lessing.

Das Pilotprojekt sei gemeinsam mit der Deponie ausgewertet worden. Das Laub sei auf der deponieeigenen Kompostieranlage verarbeitet worden. „Es hat funktioniert“, so Zepig. Die Stadt habe die kompostierbaren Säcke und die Entsorgung bezahlt. Seitens der Deponie könne man sich vorstellen, weiterhin die kompostierbaren Laubsäcke als freiwillige Leistung anzubieten und regional auszuweiten, so dass sich quasi Bürger die Säcke kaufen und mit der Biotonnentour entsorgen lassen können.

„Der Kreis prüft das derzeit“, sagte Zepig. Denn damit hänge auch eine Änderung des Entsorgungsauftrages zusammen, also damit, welche Leistungen im Entsorgungsbereich zu erbringen sind. „Und Laub ist bisher eben noch nicht dabei“, so Zepig.