Brüchau l Entgegen der landläufigen Meinung sind die Stoffe Barium, Lithium und Strontium, die 2016 in einem privaten Brunnen in Brüchau festgestellt und dann von der Unteren Wasserbehörde als „Anomalien“ eingestuft worden waren (Volksstimme berichtete), nicht radioaktiv. Darauf hat Bernd Ebeling, Wasserbauingenieur und aktives Mitglied der Bürgerinitiative (BI) „Saubere Energie und Umwelt Altmark“, jetzt hingewiesen.

Gleichzeitig erinnerte er aber daran, dass in einem Brüchauer Hausbrunnen im Jahr 2000 sehr wohl erhöhte radioaktive Werte gemessen worden waren. Diese lagen nach seinen Angaben beim Radium-226 siebenmal und beim Radium-228 zwölfmal höher als in den von Trinkwasserversorgern genutzten Grundwässern im Altmarkkreis Salzwedel.

Dennoch sind auch die Messergebnisse von 2016 für Ebeling „ein Hinweis, dass aus der Giftschlammgrube Brüchau ausgetretene Schadstoffe mit dem Grundwasser bis zum 1,5 Kilometer entfernten Ortskern transportiert werden“, die Mergelschicht der Grube, die vor einer Umweltkatastrophe schützen soll, also undicht ist.

Während die 2016 erfolgte Beprobung eines Brüchauer Brunnens im Auftrag des Kreises vorgenommen und dann vom Landesamt für Verbraucherschutz ausgewertet worden war, war die Hausbrunnenbeprobung im Jahr 2000, bei der die radioaktiven Stoffe festgestellt worden waren, laut Ebeling im Auftrag des damaligen Bohrschlammgruben-Betreibers Erdgas Erdöl GmbH/Gaz de France erfolgt.

In die Grube, die wegen ihres Inhalts auch Silbersee genannt wird, waren von 1972 bis 2012 sowohl quecksilberhaltige als auch radioaktiv belastete Abfallprodukte aus der Erdgasförderung sowie aber auch artfremde Toxine, zum Beispiel aus der DDR-Chemieproduktion, eingelagert worden. Der Silbersee gilt mittlerweile als schlimmste Umweltsünde in der Altmark.