Kalbe/Bismark l „Beschluss einer außerplanmäßigen Ausgabe für den Erwerb einer Fläche (Radwegebau)“: So nüchtern steht es auf der Tagesordnung der nächsten Hauptausschusssitzung in Kalbe. Doch dahinter verbirgt sich Zukunftsweisendes. Die Einheitsgemeinden Bismark und Kalbe beabsichtigen nämlich, die frühere Bahnstrecke zwischen beiden Städten zu erwerben und darauf einen verbindenden Radweg zu bauen. „Wir sind seit rund einem Dreivierteljahr mit dem Thema befasst“, so Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Die Idee dafür sei jedoch aus Bismark gekommen.

Dort gibt es seit längerem Planungen, die ehemalige Bahnstrecke nach Hohenwulsch, wo ein viel genutzter Bahnhaltepunkt existiert, als Radweg auszubauen. Aktuell erfolgt dort im Zuge des sogenannten Schnittstellenprogrammes zwischen Straße und Schiene auch der Ausbau der Park- und Zufahrtsmöglichkeiten rund um den Haltepunkt. „Und in dem Zusammenhang wurde dann auch in die andere Richtung nach Kalbe geschaut“, so Ruth. Er habe das Thema, wie er sagte, gern aufgegriffen und auch schon in den Stadtrat getragen. Dort sei es ebenfalls auf positive Resonanz gestoßen.

Ob sich das Projekt letztlich umsetzen lässt, hängt allerdings nicht nur davon ab, ob der Hauptausschuss morgen grünes Licht für die außerplanmäßige Ausgabe zum Flächenerwerb gibt (aufgrund der Größenordnung von rund 10 000 Euro müsste nicht der Stadtrat entscheiden). „Wir sind nach meiner Kenntnis nicht die einzigen Bewerber um die Strecke“, so der Kalbenser Bürgermeister. Angeboten werde sie von der Immobilienabteilung der Deutschen Bahn AG, mit der es auch schon einen entsprechenden Schriftwechsel gegeben habe. Ob die beiden Kommunen Bismark und Kalbe aber letztlich den Zuschlag erhalten, bleibt abzuwarten.

Hinzu kommt laut Ruth, dass so ein Vorhaben nicht ohne Fördermittel zu realisieren wäre. Und auch die Landesstraßenbaubehörde wäre mit ins Boot zu holen. Sie ist für die Landesstraße 21 zuständig, die zwischen Kalbe und Bismark verläuft und an der es bislang, zumindest bis Poritz, keinen straßenbegleitenden Radweg gibt. In dessen Ermangelung wird die viel befahrene L 21 von zahlreichen Radfahrern genutzt. Doch die leben gefährlich, besonders in den unübersichtlichen Kurven zwischen Neuendorf und Kalbe.

„So ein Radweg“, betont Karsten Ruth, „hätte für unsere Kommunen wirklich große Bedeutung, sowohl was die kurzen Wege und die Vernetzung, als auch was die touristische Entwicklung der gesamten Region betrifft.“ Da ist er sich mit seiner Bismarker Kollegin Annegret Schwarz absolut einig.

Geld im Haushalt eingestellt

Wie sie sagte, habe auch die Einheitsgemeinde Bismark Geld für den Flächenerwerb in ihren diesjährigen Haushalt eingestellt. Es handele sich um rund 20 000 Euro, da die Bahnstrecke im Bereich Bismark deutlich länger sei als im Bereich Kalbe. Auch Schwarz dämpfte allerdings die Erwartungen an eine schnelle Umsetzung des Projektes: „Es ist noch ein langer Weg. Aber wenn man nicht anfängt, ihn zu gehen, wird es nichts.“ Die Bismarker Bürgermeisterin hat bereits Kontakt zum Landesverkehrsministerium aufgenommen.