Güssefeld l Es ist ruhig geworden auf dem Reiterhof Dammkrug in Güssefeld. Dort, wo zu dieser Jahreszeit normalerweise täglich aufgeregtes Treiben herrscht, wo Kinder am Nachmittag zum Reiten kommen und an den Wochenenden, Feiertagen und in den Ferien Kinder und Familien Erholung suchen, passiert dieser Tage kaum etwas. „Es ist nichts los“, bestätigt Inhaberin Melissa Schmidt. Niemand kommt zum Reitunterricht – Kontaktverbot aufgrund der Corona-Pandemie. Dabei weiß Melissa Schmidt sehr wohl, dass die Kinder und Jugendlichen sich gern wieder ihren Lieblingstieren widmen würden. Und viele erkundigen sich bei ihr sogar nach dem Wohlergehen der Vierbeiner.

Aber das Ausblieben der Reitkinder ist in Zeiten der Pandemie nicht die einzige Veränderung auf dem Hof. „Es fehlen die helfenden Hände. Die Arbeit bleibt komplett an uns hängen“, berichtet Schmidt. Für die Reitkinder gehört das Striegeln der Pferde, das Füttern und auch das Fegen im Stall dazu. Gern kümmern sie sich um die Tiere. Diese Helfer bleiben nun aus. „Die Tiere wollen aber trotzdem versorgt werden“, so Schmidt.

Es kommen keine Einnahmen rein

Insgesamt sind 35 Pferde auf dem Reiterhof. Die wollen täglich gefüttert werden, wollen bewegt werden. Paddocks – das sind graslose, zumeist befestigte Ausläufe für Pferde – sind von den Mitarbeitern eingerichtet worden. Somit müssen die Tiere wenigstens nicht im Stall ausharren, sondern werden unter freiem Himmel gehalten. Um all die anfallenden Arbeiten kümmert sich nun das Reiterhofteam allein. Insgesamt sind es drei Mitarbeiter, die den Hof am Laufen halten. Doch obwohl die Arbeit eher mehr als weniger wird, musste Schmidt Kurzarbeit beantragen. „Wir haben ja derzeit überhaupt keine Einnahmen“, sagt sie. An den Wochenenden wären Ferienwohnungen und Blockhäuser eigentlich belegt gewesen. Diese Einnahmen bleiben aus. Wie es weiter geht, ist ungewiss. Schmidt weiß nicht, ab wann wieder Gäste begrüßt werden dürfen. Die Reiterferien für Kinder – Hunderte von ihnen kommen stets in den Sommerferien – sind bereits seit Jahresbeginn ausgebucht. Doch werden sie stattfinden? „Abgesagt haben wir noch nichts. Uns erreichen viele Anrufe. Die Leute fragen, ob sie ihre Buchungen überhaupt wahrnehmen können“, so Schmidt.

Als die Bundesregierung die Soforthilfe beschloss, stellte sie sofort einen Antrag. Nun erhielt sie per E-Mail endlich den ersehnten Bescheid. Wann das Geld allerdings eintrifft, ist noch nicht bekannt. Und auch der Veranstaltungskalender lässt vieles offen. Abgesagt werden musste bereits die Osterwanderung mit Ausritt am Karfreitag. Nächster Termin wäre am Sonntag, 10. Mai, der Frühlingsritt. Aber ob er stattfindet, ist ungewiss. Weitere geplante Veranstaltungen sind die Himmelfahrtsaktion, ein Liederabend am 29. August, der Voltigiertag am 26. September, der Reitertag am 27. September, die Fuchsjagd am 1. November und die Pferdeweihnacht am 20. Dezember. Doch all dies ist derzeit ohne Gewähr.