Jeetze/Kahrstedt l Seit Januar diesen Jahres ist Bewegung auf dem Gelände des Windparks Jeetze/Kahrstedt. Wege werden gebaut, um die Windkraftradteile dorthin transportieren zu können. In Zuge dieser Arbeiten erfolgen archäologische Untersuchungen. Für die sechs neuen Windkraftanlagen, die die vier bestehenden ablösen sollen, sind bereits die Fundamente erstellt, wie Jens Feldmann, bei der Betreiberfirma WPD für PR und Marketing zuständig, mitteilt. Mit dem Aufbau der Anlagen wird Anfang August begonnen. Die Inbetriebnahme soll bereits im Oktober/November diesen Jahres erfolgen.

Zwei Unternehmen sind am Aufbau beteiligt. Das ist WPD mit Hauptsitz in Bremen und Enercity (Stadtwerke Hannover). Enercity ist über eine Beteiligungsgesellschaft ebenfalls Betreiber der vier Altanlagen, die nun zurückgebaut worden sind. Das Projekt ist eine Kooperation beider Firmen, informiert Feldmann.

Vier Anlagen durch sechs höhere ersetzen

„Im Windeignungsgebiet Jeetze/Brunau standen bis dato 28 Windernergieanlagen unterschiedlicher Hersteller und Baujahre. Von diesen wurden nun vier aus dem Jahr 2001 stammende Anlagen im Frühjahr 2020 abgebaut“, erklärt der WPD-Sprecher. Diese vier des Typs E-44 (Enercon) haben ihre geforderten 20 Jahre Laufzeit laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) absolviert. Alle anderen 24 bestehenden Anlagen im Eignungsgebiet sind später in Betrieb gegangen. Daher bleiben sie noch weiterhin bestehen. Die vier ausgedienten Exemplaren werden durch sechs neue ersetzt, so dass zum Jahresende dann sogar 30 Anlagen im Eignungsgebiet in Betrieb sein werden. Dabei werden die sechs neuen Windräder größer als ihre Vorgänger sein.

„Die höchsten der bestehenden Anlagen haben eine Nabenhöhe von 140 Meter und eine Gesamthöhe von 196 Meter“, berichtet Feldmann. Die Gesamthöhe meint die Höhe bis zur Rotorspitze. Von den sechs nachfolgenden Anlagen werden fünf eine Nabenhöhe von 149 Meter und eine Gesamthöhe von 217 Meter aufweisen. Das übrige Windkraftrad hat eine Nabenhöhe von 132 Meter bei eine Gesamthöhe von 200 Meter.

Streuobstwiese als Ersatzmaßnahme

Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme wird eine Abriss- und Entsiegelungsmaßnahme von alten Schweinestallgebäuden nahe der Ortschaft Vietzen umgesetzt, , wie das Unternehmen weiterhin mitteilt. Diese Fläche soll anschließend mit Bäumen bepflanzt werden. Außerdem werden nahe des Ortes Kahrstedt Streuobstwiesen angelegt und zusätzlich geeignete Nahrungsflächen für Groß- und Greifvögel geschaffen.

Die Gremien vor Ort wurde rechtzeitig von diesem Vorhaben informiert. So wurde bereits 2017 die Planung zum Repowering in den Ortschaften vorgestellt. Ebenfalls 2017 sprach sich der Stadtrat für diese Planung aus. „Die Planung wurde in Abstimmung mit der Gemeinde entwickelt, die hierfür ebenfalls Flächen zur Nutzung zur Verfügung gestellt hat“, äußert Feldmann.

Grundstückseigentümer spenden an Vereine

Die Altanlagen sind bereits zurückgebaut. Auch deren Fundemante sind entfernt. Dieses Prozedere sei bereits im Genehmigungsverfahren berücksichtigt worden, so Feldmann. So ist der Abbau der vier Alt-Anlagen vor Inbetriebnahme der neuen eine Genehmigungsauflage. Die Kosten des Rückbaus trägt vollständig die Betreibergesellschaft der Altanlagen.

Die Bewohner der den Windanlagen nahe liegenden Ortschaften, nämlich Jeetze, Siepe, Vietzen, Kahrstedt und Dolchau, können sich im Rahmen eines Windsparbriefs, dem Bürgersparen, und eines Ökostromtarifs beteiligen. Darüber hinaus sollen die Anlagen aber auch finanzielle Mittel in die Orte spülen. „Die Grundstückseigentümer im Windpark haben sich außerdem vertraglich dazu verpflichtet, jährlich einen definierten Betrag an örtliche Vereine zu spenden“, informiert Feldmann. Dieser Betrag werde erstmals zum Ende dieses Jahres fällig.